Plakat Einsteins Verrat © DERDEHMEL

Einsteins Verrat

Schlossparktheater Berlin
Einsteins Verrat
(La Trahison d’Einstein)
Schauspiel von Éric-Emmanuel Schmitt
Aus dem Französischen von Annette und Paul Bäcker
Das neue Stück von Bestseller-Autor Eric-Emmanuel Schmitt

Mit Matthias Freihof, Volker Brandt,
Mathias Harrebye-Brandt / Nico Birnbaum
Regie: Paul Bäcker

Wiederholungstournee
20.04.2016 – 10.05.2016


INHALT

Drei Männer am See, Princeton/New Jersey: ein Vagabund, der seinen Sohn im Ersten Weltkrieg verloren hat und deswegen die Deutschen hasst; Einstein, der weltberühmte Wissenschaftler, ein Deutscher, der ob der Zeitläufe vor den Deutschen in die USA geflohen ist; und Simpson, ein Agent des FBI, der in diesem Deutschen roten Verrat wittert, sein Judentum für eine Tarnung des Bolschewismus hält und den Vagabunden erpresst, Einstein zu bespitzeln.

In anrührenden und bewegenden Bildern, in menschlich tiefen Dialogen voll hintergründigem Humor, weiß Schmitt die Widersprüche des überzeugten Pazifisten Einstein – durch das aggressive Nazi-Deutschland jedoch zum Bellizisten geworden -, den „Mythos Einstein“ zu hinterfragen und einen Menschen mit Güte, Wärme, Witz, aber auch mit all seinen Zweifeln und Selbstzweifeln im Umfeld des vergangenen Jahrhunderts zu zeigen.

Matthias Freihof, Volker Brandt © DERDEHMEL Matthias Freihof, Volker Brandt © DERDEHMEL Plakat Einsteins Verrat © DERDEHMEL


BIOGRAFIEN

AUTOR
Eric-Emmanuel Schmitt gelingt es auf unvergleichliche Weise in anrührenden und bewegenden Bildern, in tiefgründigen, humorvollen Dialogen die inneren Konflikte des überzeugten Pazifisten Einstein offen zu legen und einen Menschen voller Güte, Wärme und Witz, aber auch mit allen Zweifeln und Selbstzweifeln im Spannungsfeld des vergangenen Jahrhunderts zu zeigen. Eines Jahrhunderts, in dem die Wissenschaft mit ihren Entdeckungen das Weltbild radikal veränderte und der Menschheit mit der Atombombe das Mittel zur eigenen Vernichtung in die Hand gab. Und Einstein weiß, dass er in dieser verhängnisvollen Entwicklung eine zentrale Rolle gespielt hat. Er begreift seinen „Verrat“ als Selbstverrat, weil er als Pazifist für den Bau der Bombe eintrat, um dem der deutschen zuvorzukommen. Und als Verrat an ihm selbst durch dieselben Leute, die sie dann tatsächlich über Nagasaki und Hiroshima mit verheerenden Folgen einsetzten.

DARSTELLER
Matthias Freihof
studierte von 1983 bis 1987 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und baute sich eine Karriere als Schauspieler und Sänger auf. Er arbeitete an verschiedenen großen Berliner Theatern und wirkte als Entertainer in mehreren Cabaret- und Showprogrammen im Berliner Palast der Republik und im Friedrichstadtpalast mit.
Seinen Durchbruch als Schauspieler feierte Matthias Freihof mit seiner Hauptrolle in dem preisgekrönten DEFA-Film „Coming Out“ von Heiner Carow. Er war Meisterschüler der weltbekannten Brecht-Interpretin Gisela May und arbeitete zu Beginn der 90er Jahre als externer Schauspielpädagoge an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.
Nach dem Mauerfall etablierte sich Matthias Freihof mit Serien-, Haupt- und Episodenrollen im deutschen Fernsehen, vor allem in der Rolle des Kommissars Lorenz Wiegand in der ZDF-Serie „Siska“. Hervorzuheben ist auf jeden Fall seine Rolle als Flugzeugpilot der entführten „Landshut“ in Heinrich Breloers zweiteiligem Fernsehfilm „Todesspiel“.

Volker Brandt wurde 1935 in Leipzig geboren und wuchs in seiner Geburtsstadt, in Hannover und weiteren zwölf kriegs-fluchtbedingten Orten auf.
Seine Schauspielausbildung erhielt er an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach dem Studium folgten Engagements am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, dem er unter der Generalintendanz von Gustaf Gründgens sechs Spielzeiten angehörte, den Städtischen Bühnen Frankfurt, dem Theater in der Josefstadt Wien sowie fünf Jahre am Schillertheater Berlin. Er arbeitete mit bedeutenden Regisseuren wie Piscator, Barlog, Lietzau und Tabori.
Auch als freischaffender Schauspieler war er an unterschiedlichsten Theatern, beispielsweise in Berlin am Theater des Westens, dem Renaissancetheater und dem Theater am Kurfürstendamm, in München an der Komödie im Bayerischen Hof, der Komödie am Max II und am Deutschen Theater, in Köln im Theater am Dom, in Düsseldorf im Theater an der Kö sowie der Komödie.
Auf Tourneen war er u. a. in Ibsens „Hedda Gabler“ und „Ein Volksfeind“, als „Dorfrichter Adam“ in Kleists „Der zerbrochne Krug“ und als „Professor Higgins“ in Shaws „Pygmalion“ zu sehen, zuletzt in „Das Haus am See“ zusammen mit Victoria Brahms.
Anfang der 70er Jahre wurde Volker Brandt auch im Fernsehen zu einem der gefragtesten Darsteller. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie Derrick, Ein Fall für Zwei, Wolffs Revier und Soko 5113 ist vor allem seine Rolle des „Kommissar Walther“ in 7 Folgen Tatort zu nennen, ebenso wie seine Rolle des Schwerenöters „Dr. Schübel“ in der legendären Serie „Die Schwarzwaldklinik“. Darüber hinaus hat er sich auch als gefragter Synchronsprecher einen Namen gemacht und leiht vor allem Michael Douglas seit mehr als 30 Jahren seine Stimme. Außerdem hat Volker Brandt zahlreiche Hörbücher eingesprochen, zusammen mit Susanne Meikl hat er literarische Programme im Repertoire.

REGIE
Paul Bäcker lebt seit mehr als 25 Jahren in Düsseldorf und ist als Schauspieler, freischaffender Regisseur, Lektor und Übersetzer tätig. Er führte in ca. 150 Inszenierungen Regie, vor allem an den Theatern Aachen, Bonn, München und Stuttgart. Des weiteren übersetzte er eine Vielzahl von Stücken aus dem Englischen und Französischen, oft in Zusammenarbeit mit seiner Frau Anette. Von besonderer Bedeutung sind die Stücke Eric-Emmanuel Schmitts, welche von Paul und Anette Bäcker nicht nur übersetzt, sondern auch von ihm inszeniert wurden und werden. Für den THESPISKARREN inszenierte Bäcker das Erfolsgstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ mit Ilja Richter in der Hauptrolle.

PRESSESTIMMEN

„Einsteins Verrat“ bewegte
Die Zuschauer folgten gespannt und gebannt. Bei gelungenen Pointen ertönte leises Lachen. Gelegentlich brandetet Szenenapplaus auf. Der Schlussbeifall prasselte und wollte gar nicht enden. Ein schöner, nachdenklich stimmender Abend.
Wolfgang Motzkau-Valeton, Nienburger Tageszeitung, 24.10.2014.

Ergriffenes Publikum
Die drei Darsteller füllten den großen Bühnenraum und bezogen auch den ganzen Saal in ihr Spiel ein. Die Spielweise der Schauspieler machte die Geschichte nicht nur thematisch anspruchsvoll, sondern auch humorvoll. Handlungen, Gestik und Wortwitz ließen das Publikum schmunzeln. Mit dem Theaterstück ist es Regisseur Paul Bäcker nicht nur gelungen, kritische Themen wie die Entstehung der Atombombe aufzugreifen, sondern er spannte auch den Bogen zu heutigen Ereignissen.
David Niermann, Bocholter-Borkener Volksblatt, 04.10.2014.

Autor will Fragen provozieren
Das Stück bietet zwei starke Rollen. Beide wurden auch stark ausgefüllt. Volker Brandt gab einen mal schnodderigen, mal kämpferischen Vagabunden, der Einstein die Zähne zeigte und sich nur selten von seinem Ruhm beeindrucken ließ. Matthias Freihof verstand es exzellent, Einsteins Skrupel zu vermitteln. Er verwandelte ihn, ohne sein Genie zu zerstören, in einen verzweifelten Menschen, der das Gute will, aber unversehens das Böse fördert. Schmitts will mit seinen Theaterstücken keine Botschaften verkünden, „sondern Fragen provozieren.“ Das ist ihm gelungen. Die Zuschauer dankten ihm und und den Darstellern mit anhaltendem Applaus für einen spannenden, unterhaltsamen Abend.
Westfälische Rundschau Olpe, 02.10.2014.

Top