Der ewige Gatte (Szenenfoto: Wolfgang Hoffmann)

Der ewige Gatte

Koproduktion vom Theaterhaus Stuttgart
und Theater Wahlverwandte
Der ewige Gatte
Psychokrimi nach der gleichnamigen Erzählung
von Fjodor M. Dostojewskij
Dramatisierung: Silvia Armbruster

Eine Parabel über die Zerstörungskraft der Egozentrik, die durch keine Moral gebremst werden kann.

Regie: Silvia Armbruster
Ausstattung: Stefan Morgenstern
Video: Sandro Lang

Mit Wolfgang Seidenberg, Ernst Konarek und Corinne Steudler
3 Mitwirkende

20.11.2016 – 10.12.2016 


INHALT

Alexej Iwanowitsch Weltschaninow ist ein Lebemann, wie er im Buche steht und der eines Tages unerwartet mit seiner Ver- gangenheit konfrontiert wird: Vor vielen Jahren hatte er ein Verhältnis mit Natalja, der kürzlich verstorbenen Frau von Pawel Pawlowitsch Trussozki, der 9 Monate nach dem Abschied Alexejs unverhofft Vater wurde. Von seinem Kuckuckskind erfuhr Pawel erst, als er in einer kleinen Schatulle Briefe fand, die Natalja an ihre Liebhaber schrieb. Für Pawel brach eine Welt zusammen und im Moment der größten Trauer blieb ihm nichts anderes übrig, als damit zu kämpfen, dass all die Liebe zu seinem Kind, die Liebe zu einer Lüge war. Von Rachegefühlen getränkt, führt ihn sein Weg direkt zu dem Betrüger und gleichzeitig fast vergessenen Freund, der den einst so braven Beamten nicht wiedererkennt. In Pawel ist all das an die Oberfläche getreten, was er als maßvoller Mensch in der Lage war, zu unterdrücken.

Dostojewski entkleidet so seine Titelfigur, die zwischen dem Wunsch nach Aussprache, einer Entschuldigung und dem zwanghaften Ziel, Alexej zu töten, hin und hergerissen ist. Auch im Leid des Kindes findet Pawel Genugtuung und Alexej, der Lisa vor dem suizidgefährdeten Vater retten will, erkennt zu spät, dass ihr nicht mehr zu helfen ist. Sie stirbt und auch Alexej muss dem Tod ins Auge sehen…

Erst am Ende des Stücks erhält er mit eben jenem Brief Gewissheit, in dem Natalja gesteht, dass Lisa seine Tochter ist. Alexejs Fazit: „Den Brief hätte ich früher erhalten sollen…“

Der ewige Gatte (Szenenfoto: Wolfgang Hoffmann) Der ewige Gatte (Szenenfoto: Wolfgang Hoffmann)


BIOGRAFIEN

AUTOR
Fjodor Michailowitsch 
Dostojewski
(1821 – 1881) gilt als Meister der Charakterzeichnung, der mit seiner 1870 erschienenen Erzählung „Der ewige Gatte“ einen Klassiker der Spannungsliteratur schuf. Der scharf pointierte Dialog der zweier eifersüchtiger und selbstherrlicher Männer, entlarvt sie dabei in ihrer ganzen Lächerlichkeit.

DRAMATISIERUNG UND REGIE
Silvia Armbruster studierte an der LMU-München Philiosophie und Germanistik und assistierte währenddessen bei George Tabori und Hans Kresnik. Nach Abschluß des Studiums folgten eigene Inszenierungen, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden, darunter dem Preis der Akademie der Schönen Künste, Frankfurt für „Venus und Adonis“ von Shakespeare, dem Preis der Bayerischen Theatertage 2000 für „Hyänen“, drei Inthega-Plazierungen für „Viel Lärm um Nichts“ von Shakespeare, für „Geschlossene Gesellschaft“ von Sartre und für „Die Legende vom heiligen Trinker“ nach Joseph Roth, sowie mit drei AZ-Sternen für „Wahlverwandtschaften“ nach Goethe, „Zarah 47“ von Peter Lund und für „Hello again“ von Michael LaChiusa.
Silvia Armbruster gelingt es immer wieder, mit ihren Klassiker-Adaptionen, die literarischen Vorlagen lebendig und bewegend auf die Bühne zu bringen und autarke Theaterabende zu kreieren. Für das Tourneetheater THESPISKARREN überzeugte sie zuletzt mit ihrer Dramatisierung von „Die Legende vom heiligen Trinker“ u. a. mit Ernst Konarek und Wolfgang Seidenberg in den Hauptrollen.

DARSTELLER
Wolfgang Seidenberg
absolvierte seine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Er hatte Theaterengagements in Wien, unter anderem am Schauspielhaus Wien, am Landestheater Schleswig-Holstein und regelmäßig bei den Bad Hersfelder Festspielen während der Intendanz von Peter Lotschak. Seitdem ist Seidenberg vermehrt für Film- und Fernsehproduktionen tätig, so unter anderem 1993 als SS-Aufseher in Steven Spielbergs Spielfilm Schindlers Liste.
1995 bis 2011 war er in der Rolle des „Klempnermeister Frank Töppers“ in der ARD-Vorabendserie „Marienhof“ zu sehen. 2007 spielte er neben Mira Gittner die Hauptrolle in dem Kinofilm „Mein Traum oder Die Einsamkeit ist nie allein“.

Ernst Konarek erhielt seine Schauspielausbildung in den 1960er-Jahren am Max Reinhardt Seminar in Wien. Sein erstes Engagement erhielt er am Staatstheater Braunschweig, anschließend spielte er von 1970 bis 1979 am Schauspielhaus Bochum unter dem Intendanten Peter Zadek. Es folgten unter anderem mehrjährige Engagements am Schauspiel Frankfurt, dem Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Stuttgart und dem Volkstheater Wien.

 

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