Die Legende vom heiligen Trinker (Foto: © Melanie Fürst)

Die Legende vom heiligen Trinker

Koproduktion mit den Kasseler Musiktagen
Die Legende vom heiligen Trinker
Schauspiel mit Musik nach Joseph Roth
Dramatisiert von Silvia Armbruster
Nominiert für den INTHEGA-Preis NEUBERIN 2013 + 2014

Mit Wolfgang Seidenberg, Ernst Konarek, Lisa Wildmann
3 Mitwirkende
Regie: Silvia Armbruster
Ausstattung: Stefan Morgenstern, Melanie Fürst
Musik: Robert Merdzo

20.11.2016 – 10.12.2016 


INHALT

Andreas ist ein Trinker. Er lebt unter einer der vielen Brücken von Paris. Und eines Abends bekommt er von einem gut gekleideten Herrn 200 Francs mit der Auflage, die Schulden an die kleine Heilige Therese in der Kirche St. Marie de Batignolles abzutragen. Ein Wunder! Von da an wird Andreas von Wundern geradezu heimgesucht. Hat er die 200 Francs versoffen oder mit Frauen durchgebracht, gelangt er wie durch ein Wunder immer wieder zur gleichen Summe und immer wieder hat er den besten Willen, der kleinen Heiligen Therese seine Schulden zu erstatten. Doch nie gelingt es. Wie das bei Trinkern eben so ist. Bis sie schließlich selbst in effigie als letztes himmelblaues Wunder zu ihm kommt und ihn erlöst. Ein Heiliger – der Trinker. Eine wunderbare, tröstliche Geschichte.

Die Legende vom heiligen Trinker (Foto: Melanie Fürst) Die Legende vom heiligen Trinker (Foto: Melanie Fürst) Die Legende vom heiligen Trinker (Foto: Melanie Fürst)


BIOGRAFIEN

DRAMATISIERUNG UND REGIE
Silvia Armbruster studierte an der LMU-München Philiosophie und Germanistik und assistierte währenddessen bei George Tabori und Hans Kresnik. Nach Abschluß des Studiums folgten eigene Inszenierungen, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden, darunter dem Preis der Akademie der Schönen Künste, Frankfurt für „Venus und Adonis“ von Shakespeare, dem Preis der Bayerischen Theatertage 2000 für „Hyänen“, drei Inthega-Plazierungen für „Viel Lärm um Nichts“ von Shakespeare, für „Geschlossene Gesellschaft“ von Sartre und für „Die Legende vom heiligen Trinker“ nach Joseph Roth, sowie mit drei AZ-Sternen für „Wahlverwandtschaften“ nach Goethe, „Zarah 47“ von Peter Lund und für „Hello again“ von Michael LaChiusa.
Silvia Armbruster gelingt es immer wieder, mit ihren Klassiker-Adaptionen, die literarischen Vorlagen lebendig und bewegend auf die Bühne zu bringen und autarke Theaterabende zu kreieren. Für das Tourneetheater THESPISKARREN überzeugte sie zuletzt mit ihrer Dramatisierung von „Die Legende vom heiligen Trinker“ u. a. mit Ernst Konarek und Wolfgang Seidenberg.

DARSTELLER
Wolfgang Seidenberg absolvierte seine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Er hatte Theaterengagements in Wien, unter anderem am Schauspielhaus Wien, am Landestheater Schleswig-Holstein und regelmäßig bei den Bad Hersfelder Festspielen während der Intendanz von Peter Lotschak. Seitdem ist Seidenberg vermehrt für Film- und Fernsehproduktionen tätig, so unter anderem 1993 als SS-Aufseher in Steven Spielbergs Spielfilm Schindlers Liste.
1995 bis 2011 war er in der Rolle des „Klempnermeister Frank Töppers“ in der ARD-Vorabendserie „Marienhof“ zu sehen. 2007 spielte er neben Mira Gittner die Hauptrolle in dem Kinofilm „Mein Traum oder Die Einsamkeit ist nie allein“.

Lisa Wildmann stammt aus Linz (Österreich). Sie genoß 1988-1993 eine Ballettausbildung am renommierten Ballettinstitut Wilk-Mutard in ihrer Heimatstadt. Nach dem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Salzburg erwarb sie von 1994-1998 das Schauspieldiplom an der Universität Mozarteum Salzburg. Dort studierte sie parallel auch Regie. Theater- und Filmproduktionen erarbeitete sie u.a. mit den Regisseuren Peter Stein, Enrico Lübbe, Volker Lösch, Nikolaus Büchel, Hasko Weber, Andreas Prochaska, Ulrike Schweiger. 2006 konnte sie gemeinsam mit dem Ensemble des Stuttgarter Staatstheaters die Auszeichnung „Theater des Jahres“ entgegennehmen.

Ernst Konarek erhielt seine Schauspielausbildung in den 1960er-Jahren am Max Reinhardt Seminar in Wien. Sein erstes Engagement erhielt er am Staatstheater Braunschweig, anschließend spielte er von 1970 bis 1979 am Schauspielhaus Bochum unter dem Intendanten Peter Zadek. Es folgten unter anderem mehrjährige Engagements am Schauspiel Frankfurt, dem Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Stuttgart und dem Volkstheater Wien.


PRESSESTIMMEN

Anspruchvolles, mitreißendes Theater
Da schließlich niemand gegen den Abrutsch ins soziale Elend gefeit ist, schlüpfen in Silvia Armbrusters geschickter wie ungewöhnlicher Inszenierung die Schauspieler abwechselnd oder gemeinsam in die Rolle des labilen, aber im Grunde seines Herzens gutmütigen Mannes; durchleben seine trunkenen Phantasien – oder sind es doch Wunder? Voller Leidenschaft spielten die Künstler, identifizierten sich mit den verschiedensten, teils schrägen Typen, verliehen hierdurch dem mitunter nachdenklich stimmenden, von einfühlsam kommentierenden oder auch visionärer Musik begleiteten Stück komödiantische Züge. Das war hervorragendes, anspruchvolles Theater, wie es in der heutigen Zeit leider nur selten erlebt werden kann. Großer, begeistert applaudierender Dank.
Julia Eiden, Westfalenpost, 20.11.2014.

Im Wenigen finden sich kleine, große Wunder
Mit viel Leidenschaft, großem schauspielerischem Können intensiver Identifikation mit der Person des „heiligen Trinkers“, des Clochards Andreas, der unter den Brücken von Paris lebt, brachten Ernst Konarek, Wolfgang Seidenberg und Lisa Wildmann das anspruchsvolle Stück auf die Bühne. Dialoge, Monologe und Prologe wechseln sich ab, Lebensabschnitte und Versuchungen ergeben ein Gesamtbild eindringlicher Selbstschau. „Er“, Andreas, ist doch ein guter, ein zuverlässiger Mensch, der nur den Schwächen des Fleisches erliegt. Was hier Silvia Armbruster zusammen mit den Kasseler Musiktagen in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Kassel, dem Theaterhaus Stuttgart und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg gelungen ist, lässt sich nur mit der wunderbaren Grenzwelt der Erlösung erklären. Der Applaus gab dem engagierten Ensemble auf der überaus wandelbaren Bühnenausstattung Recht: Im Wenigen finden sich die kleinen, großen Wunder.
Christina Röttenbacher, Mittelbayerische Zeitung/ www.mittelbayerische.de, 20./21.10.2012.

Zauberhafte Hommage
Getragen wurde der Abend von dem exzellenten Schauspielertrio. In ausgeklügeltem Rollenwechsel zeigt das Ensemble in Silvia Armbrusters zauberhafter Inszenierung alles, was Roths Werk zum weltliterarischen Ereignis macht. Langer Applaus!
A. Hein, Kronenzeitung, 05.08.2012.

Spielkompetenz
Glanz und Elend, Licht und Schatten , Schmerz und Freude: All das spiegelt sich in diesem Dreipersonenstück wider. Mit Lisa Wildmann, Ernst Konarek und Wolfgang Seidenberg bringt die Produktion drei Künstler auf die Bühne, deren spielerische Kompetenz eindrucksstark beweist, dass auch mit minimalistischer Ausstattung maximale Wirkung erzielbar ist.
Friedrich Harald, Kärtner Zeitung, 05.08.2012.

Strotzend vor Spiellust
Nicht oft taugen Prosatexte für das Theater, aber der Regisseurin Silvia Armbruster ist dieses seltene Wunder geglückt: Sie bringt die Erzählung im Original auf die Bühne, aber zugleich ist es ein ungeheuer lebendiger Theaterabend, der vor Spiellust nur so strotzt, der die Vielseitigkeit der Schauspieler und die spezifischen Qualitäten des Mediums ausschöpft. (…) In dieser kleinen Produktion stecken zahllose tolle Ideen und Regieeinfälle.
Adrienne Braun, Stuttgarter Zeitung, 10.10.2010.

Theatralisches Kleinod
Als sehenswertes theatralisches Kleinod erweist sich „Die Legende vom heiligen Trinker“. Das Stück schafft es auf selten einfühlsame Art, den Geist der Novelle in Bühnensprache umzusetzen, geht mit Roths Sprache äußerst behutsam um.
Arnim Bauer, Stuttgarter Nachrichten, 10.10.2010.

Zauber des Theaters
Ernst Konarek, Lisa Wildmann und Wolfgang Seidenberg verkörpern die Hauptfigur, mal gemeinsam, mal abwechselnd. Bravourös ist die Spielfreude des Trios, komisch, grell, lasziv, aber auch anrührend das Geschehen. Die Aufführung wurde reich beklatscht.
Georg Pepl, www.hna.de / kultur, 14.10.2010.

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