Geächtet (Illustration)

Geächtet (Disgraced)

Koproduktion mit Schauspielbühnen in Stuttgart,
Altes Schauspielhaus
GEÄCHTET (DISGRACED)
Schauspiel von Ayad Akhtar
Deutsch von Barbara Christ
Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis für Theater 2013      

Regie: Karin Boyd
Mit Natalie O’Hara, Patrick Khatami, Jillian Anthony, Markus Angenvorth* und Mark Harvey Mühlemann
* (Vertragsverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen)
(5 Mitwirkende)

ca. 25.10.2018 – 15.11.2018


INHALT

Wenn ein Moslem, der seine Herkunft verachtet, ein Jude, der Political Correctness über alles stellt, eine aufgestiegene Afroamerikanerin im Karriere-Rausch und eine weiße Christin, die der Kunst des Islams verfallen ist, sich zum Abendessen treffen, dann ist das Konfliktpotenzial auch so schon riesengroß. Doch auch äußere Einflüsse bleiben nicht aus bei diesem Dinner, das in der schicken Upper-East-Side-Wohnung von Amir und Emily stattfindet. Der Pakistani Amir ist Anwalt, die Afroamerikanerin Jory seine Konkurrentin in der Firma. Sie begleitet ihren Mann, den jüdischen Kurator Isaac, der sich zuvor Emilys Bilder angesehen hat und ihr an diesem Abend die frohe Nachricht überbringt, dass ihre Werke in seiner nächsten Ausstellung gezeigt werden. Der Abend gehört Emily. Für ganze zwei Minuten. Danach beginnen die Diskussionen um Tradition, Glaube und Fundamentalismus. Wenn Amir erzählt, wie er an Flughäfen angestarrt wird, weil man in ihm immer einen Terroristen vermutet oder Jory sich empört, dass Verschleierung der Frau das Individuum auslösche, fliegen harte Thesen durch die Luft. Und viele von ihnen schweben noch lange im Raum.
Nach und nach kommen die (Vor-)Urteile und Weltanschauungen der vier sehr unterschiedlichen Menschen in den Dialogen zum Vorschein und buchstäblich auf den Tisch. Zwischendurch reicht man Pfeffermühle und Brot hin und her. Als schließlich der Alkohol die Zungen löst, werden die Diskussionen hitziger. Amir begreift nicht, was seine Frau am Islam fasziniert. Er selbst sieht darin eine rückständige Stammes- und Wüstenkultur, die für ihn keine erstrebenswerte Lebensform darstellt. Isaac, der die Argumente Amirs immer wieder beschwichtigt, wird von Emily angeklagt, überall Antisemitismus zu argwöhnen. Und dann dringt auch noch eine bittere Nachricht in die Runde: Jory ist befördert worden, obwohl Amir viel länger in der Kanzlei arbeitet als sie. Ist es weil…? Und warum stellt sich diese Frage überhaupt?
Die Auseinandersetzung mit gängigen Klischees über religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten bestimmt dieses Stück, das viel mit den tragikomischen Theaterstücken von Yasmina Reza gemein hat. Mal subtil und witzig, mal nachdenklich, mal aggressiv – immer geht es darum, die eigene Meinung und Perspektive zu hinterfragen. Ein unverzichtbares Stück Literatur in einer multikulturellen Welt, in der es noch immer an adäquaten Antworten auf die gestellten Fragen mangelt.

3_Portraet_Karin Boyd_c_Henry_Husen Patrick Khatami_c_Robert Recker Jillian Anthony -c- ten4you 


BIOGRAPHIEN
DER AUTOR

Ayad Akhtar wurde 1970 in New York geboren, wuchs in Wisconsin auf und studierte Theater an der Brown University. Nach Abschluss des Studiums verbrachte er ein Jahr in Italien, wo er Schauspiel bei Jerzy Grotowski studierte. Es folgte ein Masterstudium im Fach Regie an der Columbia University in New York. Akhtar schreibt für Theater, Film und Fernsehen, sein erster Roman erschien 2012. Für sein Theaterstück „Disgraced“ erhielt er 2013 den Pulitzer-Preis.

REGIE
Karin Boyd ist ist Schauspielerin und Theaterregisseurin. Sie absolvierte ein dreijähriges Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule in Rostock, gefolgt von einer zusätzlichen Gesangsausbildung im Fachbereich Chanson an der Musikschule Friedrichshain in Ost-Berlin. Nach Engagements an mehreren Bühnen kam sie 1973 ans Maxim-Gorki-Theater Berlin, an dem sie zehn Jahre lang spielte. Daneben hatte sie auch erste Film- und Fernsehaufgaben für die ostdeutsche DEFA und das Fernsehen der DDR. Ihren Durchbruch als Darstellerin schaffte sie 1981 in der Rolle der Tänzerin Juliette Martens in István Szabós Oscar-prämiertem Film Mephisto an der Seite von Klaus Maria Brandauer. Ab 1983 spielte sie an diversen bundesdeutschen Bühnen Theater, trat aber auch in Fernsehserien wie Ein Fall für Zwei und Die Sitte auf. Daneben moderierte sie in den 1990er Jahren diverse Fernsehformate. Es folgten freiberufliche Arbeiten als Schauspielerin bei Film und Fernsehen sowie als Regisseurin an verschiedenen Bühnen.

DARSTELLER

Natalie O’Hara absolvierte Ihre Ausbildung an der Stage School of Music, Dance & Drama in Hamburg (1996 bis 1999). Ferner erhielt sie Schauspielunterricht bei Dr. Horst Antlitz in Hamburg (2000 bis 2002) und nahm von 2002 bis 2009 an Workshops in Method Acting bei Geraldine Baron teil. Tanz, Gesang und Klavier gehörten ebenfalls zu ihrer Ausbildung.
Seit 2000 spielt Natalie O’Hara Theater, unter anderem am Ernst-Deutsch-Theater Hamburg, dem Contra-Kreis-Theater Bonn, und der Komödie im Bayerischen Hof München, wo sie 2010 in Horst Johannings gefeierter Inszenierung von “Die 39 Stufen” spielte. Weitere Aufführungen waren 2011 “Verliebt, verlobt, … verliebt” im Contra Kreis Theater in Bonn, 2012 “Rain Man” im Fritz Rémond-Theater in Frankfurt/Main und “Sylt – Ein Irrtum Gottes?” in den Hamburger Kammerspielen sowie 2013 “Auf und davon” in der Komödie im Marquardt in Stuttgart. Vor allem ist die Schauspielerin aber in Film und Fernsehen präsent. Dem ZDF-Publikum wurde sie unter anderem mit Hauptrollen in mehreren Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen bekannt. Seit 2008 ist sie durchgängig in einer Hauptrolle der ZDF-Reihe “Der Bergdoktor” zu sehen. Weiterhin war sie in Episodenrollen mehrerer “SOKO”-Serien sowie in “Küstenwache”, “Um Himmels Willen”und “Rosenheim Cops” zu sehen. Im Sommer 2013 stand Natalie in Niels Loofs Kino-Komödie “Playground Love” vor der Kamera. Ihr Debüt als Moderatorin gab Natalie am 07. und 08. Juni 2013 beim Göttinger “POP-MEETS-CLASSIC – DAS JUBILÄUM”. 2016 war sie bereits für das Tourneetheater THESPISKARREN in der Komödie „Auf und Davon“ zu bewundern.

Patrick Khatami absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seine Anfänge im Theater machte er in Darmstadt und über Engagements an der Landesbühne Niedersachen und dem Stadttheater Pforzheim , sowie den Münchner Kammerspielen, gelang er nach Berlin, wo er die verschiedensten Bühnen bespielte, u. a die Tribüne Berlin, Theater unterm Dach, Heimathafen Neukölln, sowie die Vagantenbühne, die Sophiensäle und den Theaterdiscounter. Für Film und Fernsehen arbeitete er parallel zum Theaterspielen seit 2001 und ist u. a bekannt aus diversen Kurzfilmen, wie „Freitagnacht“, „Für alle Fälle Stefanie“, „Dreck“, „Western“, „Chickens Club“, „Der letzte Gang“ und „Die Reise“. Er spielte für ARD, ZDF, SAT.1, u. a. in „Tatort“, „Soko Wismar“, „Die Pfefferkörner“ „Der Kriminalist“ und „Ein Sommer in Sizilien“. Auf der Kinoleinwand zeigt er 2015 in „Marcel über den Dächern“ und 2017 in „Wir schaffen das schon“ sein schauspielerisches Können. 2017 spielt er In der Serie „Für Umme“.

Jillian Anthony absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Akademie für Darstellende Kunst Rheinland-Pfalz. 2001- 2004 war sie festes Ensemblemitglied des Stadttheaters Koblenz und spielte dort u.a. in „Kabale und Liebe“, „Ein Volksfeind“, „Frühlingserwachen“, „Jungfrau von Orléans“, „Drei Schwestern“ und „Fräulein Julie“. Ihr Weg führte sie weiter an diverse Theater u.a. in Erfurt, Stuttgart, Celle und Berlin. Seit 2004 spielte sie in verschiedenen Fernsehproduktionen bei WDR, SAT.1, RBB Berlin und ARD u.a. auch im „Tatort“. 20014 bekam sie den Preis der Stadt Gera für den Kurzfilm „Mind Off“ und sie ist Landesmeisterin sowie 4. Deutsche Meisterin im Rollkunstlauf.

Markus Angenvorth absolvierte seine Ausbildung an der Schauspielschule Arturo in Köln. Anschließend ging er von 2002 bis 2004 ins Festengagement ans Theater Trier, danach für fünf Jahre ans Theater der Stadt Koblenz. Zu seinen Rollen gehören u.a. die Titelrollen in „Hamlet“, „Jedermann“, „Elling“ und „Klamms Krieg“, Paul Sheldon in „Misery“, Simon Zelaotes in „Jesus Christ Superstar“, Stuart in „Kochen mit Elvis“, Frank Gardner in „Frau Warrens Gewerbe“, Jacob in „La Cage aux Folles“, der Tambourmajor in „Woyzeck“, König Artus in „Merlin“, der Feldprediger in „Mutter Courage“, Chandebise/Poche in „Der Floh im Ohr“ und viele andere. Seit 2009 arbeitet er als freier Schauspieler. An den Schauspielbühnen Stuttgart war er bereits als Orsino in „Was ihr wollt“, Vincent in „Der Vorname“, Carter in „Fettes Schwein“ und als Manfred in „Showtime“ zu sehen. Mit seinem Solo-Stück „Klamms Krieg“ ist er immer wieder auf deutschen Bühnen zu sehen und mit der Uraufführung des Stückes „Sternenkind“ von Alexandra Freund an der KUFA Koblenz hat er 2013 seine erste Regiearbeit vorgelegt.

Mark Harvey Mühlemann wuchs in der Schweiz auf und erhielt seine Schauspielausbildung an der Filmschauspielschule Berlin von 2013 bis 2016. Während seiner Jugend wirkte er in einigen Off-Theater Produktionen mit und spielte am Schlachthaus Theater Bern. In diversen Produktionen der Blackboxx Berlin spielte er u.a. Clyde in „Clyde und Bonnie“, zwei Rollen in der „Dreigroschenoper“, Yvan in „Kunst“, Rosenkrantz in „Hamlet“ und Romeo in „Romeo und Julia“. In der Spielzeit 2016/2017 war er in der Klassenzimmerproduktion Komm näher! am Jungen DT in Berlin in der Hauptrolle zu sehen. Bei „Geächtet“ in der Inszenierung von Regisseurin Karin Boyd übernimmt er die Rolle des Abe.

PRESSESTIMMEN

Kritiker*innenumfrage von Theater Heute 2016
Berliner Triumph
…. Als Ausländisches Stück des Jahres wurde wiederum sehr eindeutig „Geächtet“ von Ayad Akthar ausgezeichnet …..
(Kultiversum /sae)

Das eine Stück heißt TERROR, das andere GEÄCHTET: An deutschen Bühnen sind es die meistgespielten Stücke der Saison.
MÜNCHEN Hubert Spiegel, FAZ, 06.02.2016

„Geächtet“ wird als ,Stück der Stunde’ gehandelt und in diesem Jahr noch in mehreren deutschen Theatern zu sehen sein.
BERLIN Stefan Bock, Der Freitag, 31.01.2016

Mit seinem Pulitzerpreis-gekrönten Debütstück gelang Ayad Akhtar ein intelligenter Broadwayhit, der im leichten Plauderton ein gesellschaftliches Minenfeld betritt und nun auch die deutschen Spielpläne erobert.
MÜNCHEN Petra Hallmayer, nachtkritik.de, 04.02.2016

Als Konversationsstück über Religion und Rassismus trifft „Geächtet“ den Nerv der Zeit.
HAMBURG dpa, Hamburger Abendblatt, 17.01.2016

Zunehmend gerät die intellektuelle Souveränität der weltoffenen und toleranten Menschen, die da bei Wein und Fenchel-Anchovis-Salat beisammensitzen, ins Wanken, verfallen sie in den Antagonismus von wir und ihr.
MÜNCHEN Petra Hallmayer, nachtkritik.de, 04.02.2016

Um dieses Wir geht es. Zu welcher Gruppe gehört man? Wie offen ist eine Gesellschaft? Welche Rollen spielen die ethnischen und religiösen Wurzeln auch in der zweiten oder gar dritten Einwanderer-Generation noch?
HAMBURG Katja Weise, ndr.de, 17.01.2016

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