Madame Bovary (Copyright Mark Noormann)

Madame Bovary

Eine Inszenierung von THEATER WAHLVERWANDTE
in Kooperation mit T:K-Theater in Kempten
und Tournee-Theater THESPISKARREN
Madame Bovary 

bearbeitet von Wolfgang Seidenberg
(in der Übersetzung von Elisabeth Edl)
Bühne und Kostüm: Stefan Morgenstern
Lisa Wildmann – Madame Bovary
Christian Kaiser – Charles Bovary
Ursula Berlinghof – Mutter von Charles, u. a.
Hans Piesbergen – Rodolphe, u. a.
Sebastian Strehler – Léon, u. a.

01.02.2019 – 17.02.2019


INHALT

Flauberts berühmter Roman vom Wunsch, dem als unzureichend empfundenen Leben in Traum und Illusion zu entkommen.

Die spießig enge französische Provinz. Dort leben in einer grauen Kleinstadt ein in allem gemäßigter Arzt und seine lebenshungrige Ehefrau. Sie träumt von Paris und einem leidenschaftlichen Leben. Doch begnügen muss sie sich bei der jährlichen Landwirtschaftsmesse mit einem pomadisierten Provinz-Don-Juan und in der angrenzenden Kleinstadt mit einem blassen Notariatsgehilfen. Bis sie schließlich alle Grenzen überschreitet …

Kaum eine andere Frauenfigur der Weltliteratur ist so faszinierend,
kaum ein anderes Schicksal hat so viele Leser berührt.

Ein Prachtstück von einem Klassiker. 

Emma wächst nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Vater auf einem abgelegenen Bauernhof in der Normandie auf. Sie liest leidenschaftlich gern, träumt von der großen Liebe und der weiten Welt. Beides erhofft sie sich von der Heirat mit dem Landarzt Charles Bovary. Der jedoch erweist sich bei aller Verehrung für seine Frau als schlicht und ambitionslos. Zudem mischt sich seine engstirnige Mutter ständig in das Leben des jungen Paares. Nach einer eher zufälligen Einladung auf einen Ball in adeligen Kreisen werden Emmas Mädchenträume zur Obsession. Charles hofft, die „Beklemmungen“ seiner Frau durch einen Ortswechsel heilen zu können. In ihrer neuen Heimat Yonville erwartet das Ehepaar jedoch nur kleinbürgerliche Enge, personifiziert in der Gestalt des selbstherrlichen Apothekers Homais, der sich selbst für einen fortschrittlichen Freigeist hält. Emma versucht, ihre Leidenschaften in Affären mit dem gewieften (Land-) Don Juan Rodolphe und dem schüchternen, aber Kunst liebenden Kanzlisten Léon auszuleben. Um wenigstens etwas Luxus in ihrem Leben zu haben, verschuldet sie sich immer mehr bei dem schmierigen Geschäftsmann Lheureux. So wird sie erpressbar, und die allgegenwärtige, tratschsüchtige Dorfgemeinschaft macht ihr das Leben zur Hölle.

Gustave Flaubert wurde 1821 im französischen Rouen als Sohn des Chefarztes des örtlichen Krankenhauses geboren und wuchs in der Dienstwohnung neben dem Klinikum auf. Schon als Teenager las er sich durch die Weltliteratur. Ein Studium der Rechte musste er wegen eines Nervenleidens abbrechen. Die Februarrevolution 1848 erlebte er in Paris, zog sich aber zumeist in das Haus seiner mittlerweile verwitweten Mutter aufs Land zurück und widmete sich dem Schreiben. 1856 gelang ihm mit seinem ersten großen Roman MADAME BOVARY der Durchbruch. Nach Erstveröffentlichung in der „Revue de Paris“ wurde er von der Zensur wegen Verstoßes gegen die guten Sitten angezeigt und in einem Aufsehen erregenden Prozess freigesprochen. Danach wurde das Buch auch kommerziell zu einem großen Erfolg. Durch die Schilderung vieler Details und der psychologischen Zeichnung seiner Figuren durch Handlungen gilt Flaubert als Vater des RealismusEr starb 1880 in seinem Arbeitszimmer in Croisset


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BIOGRAFIEN

Silvia Armbruster © Lalo JodlbauerKÜNSTLERISCHE GESAMTLEITUNG Theater Wahlverwandte
Silvia Armbruster studierte an der LMU-München Philiosophie und Germanistik und assistierte währenddessen bei George Tabori und Hans Kresnik. Nach Abschluß des Studiums folgten eigene Inszenierungen, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden, darunter dem Preis der Akademie der Schönen Künste, Frankfurt für „Venus und Adonis“ von Shakespeare, dem Preis der Bayerischen Theatertage 2000 für „Hyänen“, drei Inthega-Plazierungen für „Viel Lärm um Nichts“ von Shakespeare, für „Geschlossene Gesellschaft“ von Sartre und für „Die Legende vom heiligen Trinker“ nach Joseph Roth, sowie mit drei AZ-Sternen für „Wahlverwandtschaften“ nach Goethe, „Zarah 47“ von Peter Lund und für „Hello again“ von Michael LaChiusa. Silvia Armbruster gelingt es immer wieder, mit ihren Klassiker-Adaptionen, die literarischen Vorlagen lebendig und bewegend auf die Bühne zu bringen und autarke Theaterabende zu kreieren. Für das Tourneetheater THESPISKARREN überzeugte sie zuletzt mit ihrer Dramatisierung von „Die Legende vom heiligen Trinker“ u. a. mit Ernst Konarek und Wolfgang Seidenberg in den Hauptrollen.

DARSTELLER

Lisa Wildmann © Sebastian KowskiLisa Wildmann
ist geboren und aufgewachsen in Linz (Österreich). Sie absolvierte eine Tanzausbildung am renommierten Ballettinstitut Wilk-Mutard. Nach dem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Salzburg, erwarb sie das Schauspieldiplom an der Universität Mozarteum Salzburg. Dort studierte sie parallel auch Regie. Theater und Filmproduktionen erarbeitete sie u. a. mit den Regisseuren Peter Stein, Enrico Lübbe, Volker Lösch und Hasko Weber. Von 1998 bis 2002 war sie am Landestheater in Linz, danach am Theater Bielefeld engagiert, von 2005 bis 2010 Ensemblemitglied am Staatstheater Stuttgart. Seither arbeitet sie freiberuflich, u.a. am Schauspielhaus Wien („Kreisky – wer sonst?“), bei den Kunstfestspielen Herrenhausen (Lucia in „Geometrie der Liebe“), am Zimmertheater Heidelberg (Sarah in „Zeitstillstand“) und am Theater Heidelberg (Thea Elvsted in „Hedda Gabler“). Sie arbeitet für Film und Funk uns ist gern gesehener Gast bei diversen Festspielen, u.a. bei den Salzburger Festspielen und den Sommerspielen Melk.

Christian- Kaiser © Janine GuldnerChristian Kaiser stammt aus Zürich und erhielt seine Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach drei Jahren am Stadttheater Ingolstadt und zwei Jahren am Jungen Theater Casanova in Essen, wurde er Mitglied 1989 der bremer shakespeare company, wo er fast zehn Jahre spielte und arbeitete. Jetzt wohnt er in Berlin und arbeitet als freier Schauspieler in Berlin, Tübingen, Bremen, Oberhausen, Chur, Winterthur, Nürnberg. Er war zu sehen als Otto in Goethes „Wahlverwandtschaften“, immer wieder als Weiss in „Ganz oder gar nicht“ (Regie von Gerburg Jahnke) und in „Venus und Adonis“. Für die Konzertdirektion Landgraf ist er als Pierre in „Der Vorname“ auf Tournee. Im Januar 2012 inszenierte er „Fisch zu Viert“ für Chur und Bremen und ein Jahr später das Stück „Revanche Mord mit kleinen Fehlern“ am Bremer Kriminal Theater.

Hans Piesbergen © Josephin MüllerHans Piesbergen wurde 1961 in Stuttgart geboren und wuchs in Wien auf. Nach seiner Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar spielte er in Wien, München, Berlin, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf bei Regisseuren wie George Tabori, Leander Haußmann und Barrie Kosky. Seit 1993 arbeitet er mit dem kanadischen Regisseur Robert Lepage zusammen, mit dessen produktion „Lipsynch“ er von 2007 bis 2012 auf Welttournee war. Shakespeares Mercutio und Jago gehören genau so zu seinem Repertoire wie Cervantes’ Don Quijote, Jason in Euripides’ „Medea“, Hitler in Taboris Farce „Mein Kampf“ und Eduard in Goethes „Wahlverwandtschaften“. Als Sprecher wirkte er bei über 60 Hörspielen und Hörbüchern mit. Für seine Theaterarbeit wurde er mehrfach in Berlin, Wien und Stuttgart ausgezeichnet.

Ursula Berlinghof © Petra LernhartUrsula Berlinghof wurde in Heidelberg geboren und erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Saarbrücken. Nach verschiedenen Engagements u.a. am Schauspielhaus Kiel, auf Kampnagel in Hamburg, am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Darmstadt, Stadttheater Heidelberg lebt und arbeitet sie nun freischaffend seit 11 Jahren in München. Unter anderem ist sie seit vielen Jahren Ensemblemitglied am Kleinen Theater Landshut unter Sven Grunert.  Sie arbeitet als Sprecherin für diverse Hörbuchverlage und wirkte in vielen Fernsehproduktionen mit, darunter in SOKO und Polizeiruf 110.

Sebastian Strehler © Tim MüllerSebastian Strehler studierte von 2006 bis 2010 im Fach Musical an der Bayerischen Theaterakademie „August Everding“ in München und beendete seine Ausbildung mit der Rolle des Mark im Musical RENT im Deutschen Theater München (2010). Weiterhin war er von 2007 bis 2010 Ensemblemitglied beim fastfood-Theater München mit dem er 2009 Deutscher Meister im Improvisationstheater wurde. Im gleichen Jahr gewann er den 2. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang in der Sparte Chanson. Seit 2010 spielt er im Musical „Ein Sommernachtstraum“ in Hannover Herrenhausen und war bis 2012 Mitglied im Musicalensemble des Theater für Niedersachsen in Hildesheim. Mit dem Theater Wahlverwandte spielte er bereits im Musical „Last five years“ und in „Die Marquise von O“.


PRESSESTIMMEN

Tragikomische Inszenierung von „Madame Bovary“ begeistert Publikum. Lisa Wildmann spielt  alle Facetten einer Frau aus, die getrieben ist von dem Wunsch, die Wirklichkeit ihren Vorstellungen anzupassen. Mal überdreht, schwärmerisch, obsessiv, mal depressiv und wütend, wenn das Leben gar so normal verlaufen will. Ursula Berlinghof besticht in den Rollen als Apotheker Homais und Charles Mutter.
Lindauer Zeitung, 23.03.2017

Lisa Wildmann fasziniert als Madame Bovary. Als Dorf-Don-Juan Rodolphe erscheint Hans Piesbergen mit einer fast dämonisch anmutenden Aura in dem Zusammenspiel zwischen Liebe, Macht und Unterdrückung.
Augsburger Allgemeine, 28.03.2017

Eine furiose und packende Inszenierung …  In einem spielfreudigen Ensemble glänzte Lisa Wildmann in der Rolle der Emma Bovary, die ausbrechen möchte aus einer tristen Ehe und einem faden Provinzleben – und dabei zugrunde geht. Wolfgang Seidenberg hat Flauberts Roman genial verdichtet, Stefan Morgenstern ein raffiniertes Bühnenbild geschaffen.
Allgäuer Zeitung, 17.03.2017

Die Fassung enthält Humoresken, Rauschhaftes und Obsessionen. Sie zeigt das tragische Leben einer Verirrten. Zurück bleiben diejenigen, die ihre Träume hinter dem Drama der Bovary zu verstecken und ihre Rollen geschickt zu wechseln wissen. Doch die Drehtür des Lebens erwartet auch sie. Der Landarzt Charles Bovary ist mit Christian Kaiser ideal besetzt. Die Einfalt und Verführbarkeit dieses Mannes ist verblüffend lebensnah dargestellt.
Badische Zeitung, 01.04.2017

Die Wahrheit ist komisch. „Theater Wahlverwandte“ schaffte es, … die wesentlichen Schlüsselszenen in vielschichtige, ästhetisch überzeugende, aber knappe Tableaus zu übertragen. Viele Szenen wurden mit großer bildlicher Eindrücklichkeit in pantomimischer, tänzerischer, auch grotesker Verknappung dargestellt. Das „Theater Wahlverwandte“ zeigte wieder einmal mehr, welch eine eindrucksvolle, kompakte, intelligente und dennoch sinnlich präsente Aufführung aus geschickter Reduzierung und hoher Schauspielkunst entstehen kann. Sebastian Strehler gab den jungen Léon sehr wendig, auch mit schöner Singstimme überzeugend, in seiner drängenden Liebe zur schönen Arztgattin und nach seinem Studium als gereiften, immer routinierter werdenden Ehebrecher.
Main-Post, 03.04.2017

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