Richard_III / Max Tidof (c) Rebecca ter Braak

König Richard III.

Schauspielbühnen in Stuttgart
KÖNIG RICHARD III.
Drama in fünf Aufzügen von William Shakespeare

Regie: Manfred Langner
Ausstattung: Beate Zoff
Kostüme: Uschi Haug

Mit Max Tidof, Reinhold Weiser,  Stephanie von Borcke, Martin Böhnlein, Serjoscha Ritz, Kim Zarah Langner, Marcus Born, Axel Weidemann, u.a.

ca. 07.02.2019 – 15.03.2019


INHALT

Nur ein Ziel brennt in ihm – der Thron! Richard, Herzog von Gloucester, will König von England werden. Dafür beseitigt er intrigant berechnend und kühl mordend nach und nach seine Verwandten, die in der Erbfolge vor ihm stehen, und die Adeligen, die sich ihm widersetzen. Er umwirbt Prinzessin Anna, die Witwe seines Neffen Eduard V, und macht ihr inmitten des Trauerzuges für den ermordeten König Heinrich, ihren Schwiegervater, einen Heiratsantrag. Da sie annimmt, dass Richard ihren Gatten und dessen Vater getötet hat, reagiert sie empört, lässt aber doch das Schwert fallen, das Richard ihr mit entblößter Brust als Liebesbeweis hinhält. Mit Hilfe des ihm ergebenen Herzogs von Buckingham erreicht er endlich sein Ziel und besteigt als Richard III. den Thron von England. Doch das Maß ist voll. Unter Führung des jungen Grafen Heinrich von Richmond aus dem Hause Tudor sammeln sich seine Gegner und rüsten zum Kampf. Am Vorabend der Entscheidungsschlacht bei Bosworth erscheinen dem jungen Richmond die Geister der Toten und verkünden ihm den Sieg, während den englischen König schwere Gewissensbisse befallen. Richard III. kommt in der Entscheidungsschlacht um („Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd!“) und Graf von Richmond ergreift als Heinrich VII. das Königszepter.
Das Skelett des gefallenen Königs wurde im Sommer 2012 bei Bauarbeiten unter einem Parkplatz in Leicester, England gefunden. Richard III. wurde, Historikern zufolge, ohne Sarg und respektlos in aller Eile beerdigt. Nach einer gebührenden Bestattung 2015 ist sein Grab heute in der Kathedrale von Leicester zu besichtigen.


RICHARD III - Max Tidof (C) Sabine HaymannRICHARD III - Kim Zarah Langner, Max Tidof (C) Sabine HaymannRICHARD III - Serjoscha Ritz, Rebecca Geiger, Max Tidof, Stephanie von Borcke, Gideon Rapp (C) Sabine Haymann RICHARD III - Max Tidof (C) Sabine HaymannRICHARD III - Max Tidof, Stephanie von Borcke (C) Sabine HaymannRICHARD III - Serjoscha Ritz, Max Tidof (C) Sabine Haymann


BIOGRAFIEN

DARSTELLER
Max Tidof (Foto: Merkle Kulturconzepte)Max Tidof begann seine Schauspiellaufbahn am Theater. Zunächst 1979 in München am Studiotheater und an den Kammerspielen, dann am Schauspiel Bonn (1987/88) und an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin.
Seit seiner Rolle in Klaus Emmerichs legendärer TV-Serie Rote Erde (II) von 1982 spielte er in zahlreichen Fernsehspielen und -Serien und hatte Gastauftritte u.a. in Kommissar Rex, HeliCops, Der Alte, Der Fahnder, Polizeiruf 110 und Ein Fall für Zwei und anderen. Im Kino debütierte er 1985 in Slavo Luthers Vergeßt Mozart. Dort spielte er 1992 unter anderem auch in Katja von Garniers Abgeschminkt!. Für seine Rolle als Ari Leschnikoff in Joseph Vilsmaiers Drama über die legendäre Männergesangsgruppe wurde er 1998 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Eine weitere Hauptrolle hatte Tidof 2005 in dem TV-Zweiteiler Vera – die Frau des Sizilianers, wiederum in der Regie von Vilsmaier.
In den letzten Jahren ist Max Tidof überwiegend in Fernsehproduktionen, wie unter anderem Der Meineidbauer (2012), Auf der Suche nach dem G-Punkt (2009), Kasimir und Karoline (2011) zu sehen gewesen. In dem Film Reality XL von Tom Bohn verkörperte er 2012 den Staatsanwalt. In Erinnerung geblieben ist er als Michael in „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ von 2004 der Komödie im Bayrischen Hof und 2014 war er als Charlie in „Auf und davon“ zunächst an der Komödie im Marquart zu sehen und zwei Jahre später auf erfolgreicher Tournee. Die deutschsprachige Erstaufführung 2016 von „Ein Picasso“ gelang ihm eindrucksvoll am Alten Schauspielhaus in Stuttgart.

Stephanie von Borcke studierte Schauspiel in Bremen und war danach am Schauspiel Bad Hersfeld, dem Schlosstheater Celle, dem Fritz-Rémond-Theater Frankfurt, am Theater Bonn und am Grenzlandtheater Aachen engagiert. Dort erhielt sie für ihre Darstellung der Margarethe in „Faust I“ den Förderpreis für die beste Darstellerin unter Dreißig. Sie spielte dort weitere großartige Rollen u.a. in „Alle meine Söhne“, „Baumeister Solness“, „Popcorn“, „Acht Frauen“, „Viel Lärm um nichts“, „Der zerbrochne Krug“, „Glückliche Zeiten“ und mit „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ war sie bereits mit der Konzertdirektion Landgraf unterwegs. Seit 2004 spielt sie regelmäßig in Stuttgart an den Schauspielbühnen und man kennt man sie u.a. aus „Gschäftlesmacher“, „Verzauberter April“, „Schlossplatz“, „Sinn und Sinnlichkeit“, „Luft zum Leben“, „Der nackte Wahnsinn“, „Don Carlos“, „Schnee in Venedig“, „Frau Müller muss weg“, „Feelgood“, „Showtime“ und „Harold und Maude“. Zu ihrem Rollenrepertoire gehören weiter großartige Namen wie Anna Caravati aus „Der Vorname“, Maureen aus „Glückliche Zeiten“, Isabelle aus „Sonne für Zwei“ (Regie: Anita Kupsch), aber auch klassische Rollen wie Eve aus „Der zerbrochene Krug“, Hero aus „Viel Lärm um Nichts“, sie spielte die Prinzessin von Eboli in „Don Carlos“ sowie die Maria in „Verlorene Liebesmüh“. Zuletzt stand sie in der Komödie im Bayerischen Hof München in dem Lustspiel „Zwei Ahnungslose Engel“ mit Anita Kupsch auf der Bühne. Weiter arbeitet sie als Synchronsprecherin für Film und Fernsehen.

Reinhold Weiser kam nach einem Studienaufenthalt in den USA, wo er Schauspielunterricht nahm, und einer Ausbildung zum Übersetzer zum Theater. Von 1986 bis 1998 war er am Nationaltheater Mannheim engagiert; außerdem spielte er an der Badischen Landesbühne Bruchsal. Häufig ist er im Theater der Altstadt im Westen zu sehen, u.a. als Mephisto in „Faust“, Danton in „Dantons Tod“, George in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“, Adam im „Zerbrochnen Krug“ sowie in Hauptrollen in „Andorra“, „Der nackte Wahnsinn“ und „Er ist wieder da“. Er arbeitet als Sprecher für den Hörfunk und als Musiker, dreht für Film und Fernsehen, schreibt Bühnenmusik sowie eigene Stücke, arbeitet als Übersetzer und tritt mit eigenen Programmen auf. An den Schauspielbühnen Stuttgart war er u.a. in „Der Widerspenstigen Zähmung“, „Hamlet“, „Ladies Night“, „Tom, Dick und Harry“, „Rainman“ und „D‘r schwäbische Neurosenkavalier“ zu sehen.

Axel Weidemann spielte schon in zahlreichen Schauspiel- und Musicalproduktionen, u.a. am Theater des Westens Berlin, am Schauspiel Bonn, am Theater der Keller Köln, bei den Schlossfestspielen Ettlingen, am Grenzlandtheater Aachen, an der Komödie Dresden, am Schauspielhaus Hamburg, bei den Burgfestspielen Bad Vilbel, am Renitenztheater oder am Apollo-Theater Stuttgart. Für die Komödie im Marquardt schrieb und inszenierte er drei Kinderstücke, zuletzt „Das Dschungelbuch“, welches unter seiner Regie auch bei den Rosenbergfestspielen Kronach zur Aufführung kam. An den Schauspielbühnen Stuttgart sah man ihn u.a. in „Im Weißen Rössl“, „Dinner für Spinner“, „Blue Jeans“, „Die Kaktusblüte“, „Kiss me, Kate“, „Der Putzteufel“, „Auf und davon“, „Minna von Barnhelm“, „Sextett“, „Liebe, Lügen, Lampenfieber“, „D‘r schwäbische Neurosen-Kavalier“, „Im Himmel ist kein Zimmer frei“ und zuletzt in „Das Geheimnis der drei Tenöre“.

Kim Zarah Langner spielte bereits mit sechs Jahren ihre erste Rolle am Stadttheater Aachen. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie in Köln und Paris. Dort besuchte sie die Schulen von Jacques Lecoq und Francine Walter, spielte Theater (Théâtre la Bruyère, Théâtre de l’Atelier) und gewann 2008 mit „Un monde fou“, bei dem sie assistierte, den Molière für das beste Einpersonenstück. In Deutschland spielte sie u.a. im Grenzlandtheater Aachen, im Theater im Rathaus Essen, in der Komödie Frankfurt, im Contra-Kreis-Theater Bonn, im Theater am Dom in Köln, an der Komödie im Bayerischen Hof München und im Theater an der Kö Düsseldorf. An den Schauspielbühnen Stuttgart spielte sie in „Der Kaufmann von Stuttgart“ und „Das andalusische Mirakel“. Mit Axel Weidemann schrieb und inszenierte sie „Pinocchio“, „Schlaraffenland in Gefahr“ und „Das Dschungelbuch“. Zuletzt spielte sie in „Viel Lärm um nichts“, „Blutgeld“ und „Der Geizige“.

Martin Böhnlein erhielt seine Schauspielausbildung am Münchner Schauspielstudio Christa Willschrei und wurde direkt danach an die Komödie im Bayerischen Hof engagiert. Es folgten Engagements u.a. am Theater 44, Akademietheater München, Nationaltheater Mannheim, Fritz-Rémond-Theater Frankfurt und bei den Festspielen Heppenheim. Außerdem ist er seit über 20 Jahren auf Theatertourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen. Seit 15 Jahren ist er festes Ensemblemitglied der Erfolgsproduktionen „Die Feuerzangenbowle“ und „Ladies Night“ an der Komödie im Bayerischen Hof. Sein zweites Standbein ist die Regie: er inszenierte u.a. „Gatte gegrillt“, „Blick zurück im Zorn“, „Ein Sommernachtstraum“, „Offene Zweierbeziehung“ und „Auf und davon“. Er ist auch als Sprecher im Bereich Synchron und Hörspiel tätig und dreht fürs Fernsehen („Soko 5113“, „Kommissarin Lukas“).

Marcus Born wurde in Zittau in der Oberlausitz geboren, wo er am dortigen Gerhart-Hauptmann-Theater und der nahegelegenen Waldbühne Jonsdorf erste schauspielerische Erfahrungen sammelte. Seine Ausbildung zum Diplom-Schauspieler erhielt er an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater und dem Schauspielhaus Leipzig. In den Jahren 2001 und 2002 war er am Staatsschauspiel Dresden fest engagiert. Seit 2003 arbeitet er als freischaffender Schauspieler an verschiedenen Theatern in Deutschland und darüber hinaus. So führten ihn beispielsweise Gastspiele als Orest in der „Elektra“ des Euripides in der Inszenierung von Hansgünther Heyme nach Luxemburg, Kroatien, Slowenien, Griechenland und Österreich. Neben seiner Sprechertätigkeit für diverse Hörspiel- und Hörbuch-Produktionen schreibt er auch eigene Stücke und inszeniert.

Serjosche Ritz wurde an der Neuen Münchner Schauspielschule unter der Leitung von Erika Prahl ausgebildet und legte 2013 die Paritätische Bühnenreifeprüfung in Wien ab. Seitdem stand er für verschiedene Filmprojekte vor der Kamera („Streifzug“, „Distance“, „At Midnight“ u.a.), war 2015 am Staatstheater Mainz als Roberti in „Tosca“ engagiert und spielte 2016 im Regionentheater aus dem schwarzen Wald den „Faust“. An den Schauspielbühnen Stuttgart war er bereits in „Jeder stirbt für sich allein“ und „Martin Luther & Thomas Münzer“ zu sehen (die Produktionen gingen mit der Konzertdirektion Landgraf deutschlandweit auf Tournee), und er spielte den Kleinen Luck in „Die Feuerzangenbowle“. 2016 erhielt er den Nachwuchsförderpreis des Freundeskreises der Schauspielbühnen Stuttgart und wurde als Best Actor beim „Sweet as Film Festival“ ausgezeichnet.

Uschi Haug (Kostüme) besuchte die Fachoberschule für Gestaltung in Augsburg und studierte danach an der Deutschen Meisterschule für Mode in München Modegraphik. 1984 ging sie als Ausstattungsassistentin an die Städt. Bühnen Augsburg. Es folgten erste eigene Ausstattungen als Kostümbildnerin. Ab 1986 ist sie freischaffend tätig: u.a. am Metropoltheater München, an den Städt. Bühnen Augsburg und Bielefeld, am Opera Forum Philharmonik in Enschede, den Theatern Regensburg, Baden-Baden, Konstanz, der Kammeroper München, dem Landestheater Salzburg und den Schlossfestspielen Weikersheim. 2004 erhielt sie mit dem Ensemble der Produktion „Mein Kampf“ den Preis für die „herausragende Gesamtleistung“ bei den Bayerischen Theatertagen. 2005 wurde Aischylos‘ „Orestie“ mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Für die Schauspielbühnen entwarf sie bereits die Kostüme zu „Der Kaufmann von Venedig“, „Jeder stirbt für sich allein“ und „Die Blechtrommel“.

Beate Zoff (Bühnenbild) studierte Bühnen- und Kostümbild an der Kunsthochschule Berlin. Während dieser Zeit war sie Bühnenbildassistentin an der Staatsoper Berlin, am Berliner Ensemble und am Deutschen Theater Berlin. Von 1994-96 war sie Meisterschülerin bei Prof. Pfüller und Prof. Ruckhäberle. Seither ist sie als Bühnen- und Kostümbildnerin für Oper, Musical und Schauspiel tätig, u.a. in Lübeck, Aachen, Linz, Dresden, Schwerin, Potsdam, Hamburg, Kaiserslautern, Leipzig und Stuttgart. An den Schauspielbühnen stattete sie bereits „Was ihr wollt“, „Endstation Sehnsucht“, „Die Ratten“, „Othello“, „Feelgood“, „Kiss me, Kate“, „Der Kaufmann von Stuttgart“, „Das Boot“, „Minna von Barnhelm“, „Reine Hysterie“, „Viel Lärm um nichts“, „Ein Tanz auf dem Vulkan“ und „Der Geizige“ aus. Sie gestaltete an mehreren Theatern Ausstellungen ihrer Arbeiten zum Thema Theater und Malerei.

REGIE
Manchmal führen ziemlich verschlungene Wege zum Theater – so bei Regisseur und Intendant Manfred Langner. Der gebürtige Wiesbadener machte nach dem Abitur nämlich zunächst eine Ausbildung zum Steuerinspektor und arbeitete vier Jahre lang beim Finanzamt. Danach nahm er ein Jurastudium auf und war gleichzeitig bei verschiedenen Filmproduktionen beschäftigt: vom Aufnahmeleiter bis zum Geschäftsführer. Schließlich gab er seiner Theaterleidenschaft nach und ging als Regieassistent ans Staatstheater Darmstadt. Anschließend war er als Dramaturg und Regisseur ans Grenzlandtheater Aachen engagiert, dessen Intendant er 1994 wurde. Im Sommer 2009 übernahm er dann als Intendant der Schauspielbühnen in Stuttgart die Leitung der beiden Stuttgarter Bühnen Altes Schauspielhaus und Komödie im Marquardt. Seit vielen Jahren ist er zusätzlich als Autor und Übersetzer für mehrere Theaterverlage tätig und inszeniert als Regisseur in vielen Städten quer durch Deutschland. An den Schauspielbühnen in Stuttgart entstanden u. a. die Produktionen „Popcorn“ (Altes Schauspielhaus, 2003), „Komödie im Dunkeln“ (Komödie im Marquardt, 2006), „Ladies Night“ (Komödie im Marquardt, 2007), „Was ihr wollt“, „Venedig im Schnee”, „Männer und andere Irrtümer“, „Rain Man“, „Die Ratten“, „Das andalusische Mirakel“, „Die Perle Anna“, „Feelgood“, „Zwischen den Welten“, „Der Vorname“, „Der Kaufmann von Stuttgart“, „Das Boot“, „Auf und davon“ sowie „Minna von Barnhelm“, „Eine Couch in New York“, „Die Palästinenserin“. Für seine Inszenierung von „Rain Man“ gewann er 2012 den 1. INTHEGA-Preis. Für das EURO-STUDIO Landgraf erarbeitete Langner in der Spielzeit 1999/2000 eine Inszenierung von Joshua Sobols Stück „Ghetto“, die mit dem 2. INTHEGA-Preis ausgezeichnet wurde. Außerdem setzte er drei Wittenbrink-Abende in Szene: „Sekretärinnen“, „Am offenen Herzen“ und 2006/2007 die augenzwinkernde Mozart-Hommage „Mozart Werke Ges.m.b.H.“. Aktuell ist seine Inszenierung „Martin Luther & Thomas Münzer“ erfolgreich auf Tournee.

PRESSESTIMMEN

Max Tidof ist ein Bild von einem König Richard und hat die durchaus passenden Kollegen um sich geschart.
STUTTGART Patricia Fleischmann, Bietigheimer Zeitung, 9.2.2018.

Ein Augenschmaus, wie sich bei den Kostümen von Uschi Haug fast alles von der Steinzeit bis heute wohl nuanciert mischt.
STUTTGART Patricia Fleischmann, Bietigheimer Zeitung, 9.2.2018.

Shakespeares Richard ähnelt selbstherrlichen Herrschern wie Trump, Erdogan oder Putin darin, dass er an keine Ideologie glaubt, sondern nur an sich selbst. Wohl erkennt man die Parallelen, wie sich der Kampf der herrschenden Elite nicht eine Minute ums Volk, sondern alleine um Weiterung und Erhaltung der eigenen Macht dreht – doch anderseits ist dieser Mittelalterkönig so viel raffinierter, so viel eleganter in seiner abgründigen Bosheit als etwa der schlechte Redner Trump. (…) Meist wird „Richard III.“ zur One-Man-Show, was einerseits an den großen Schauspielern liegt, die sich um die Rolle reißen, größtenteils aber doch am Stück, das wie eine gewaltige Tour de force hereinbricht und den Rest der Figuren fast an den Rand drängt. (…) Dass es in diesem Fall doch keine One-Man-Show wird, dafür sorgt vor allem Gideon Rapp als sarkastisch-schmieriger Helfershelfer Buckingham, ein schlaksiger Emporkömmling. Überhaupt gelingt es dem Regisseur und seinem Ensemble bestens, die kurzen Auftritte höchst unterschiedlich zuzuspitzen: Reinhold Weiser, Martin Böhnlein, Marcus Born, Axel Weidemann und Serjoscha Ritz sind herrlich dumme Prolls oder harmlose Geschöpflein, versinkende Würdenträger oder Klischee-Verbrecher, jede Figur ist anders und die Pointen werden subtil über den Abend verteilt.
STUTTGART Angela Reinhardt, Eßlinger Zeitung, 5.2.2018.

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