Drei Männer und ein Baby © Shutterstock - Ramona Heim

Drei Männer und ein Baby

Tournee-Theater THESPISKARREN
DREI MÄNNER UND EIN BABY
(Trois hommes et un couffin)

Komödie nach dem Kino-Hit von Coline Serreau
Deutsch von Annie d’Armor und Rémy Savisky
Eine Adaption von Samuel Tasinaje

Mit Mathias Herrmann, Heio von Stetten, Boris Valentin Jacoby u. a.

8 Mitwirkende

Regie: Christian Brey

Ausstattung: Lorina Casagrande

1. – 31. Dezember 2021
2. – 12. Januar 2022

1986 wurde der Film mit drei Césars, darunter auch in der Kategorie „Bester Film“, ausgezeichnet und als bester fremd-sprachiger Filmbeitrag sowohl für den Oscar als auch für den Golden Globe nominiert.


INHALT

»Sie ist nass. Hast du Windeln gekauft?«
Drei Männer, Jacques, Michel und Pierre, überzeugte Junggesellen und Bewohner eines schicken Pariser Appartements mit häufig wechselndem Damenbesuch, finden eines Tages einen Korb mit einem Baby darin vor ihrer Tür. Das Kind ist angeblich Jacques‘ Tochter Marie. Der soll sich ab sofort um die Kleine kümmern, weil ihre Mutter Silvia, eine von Jacques zahlreichen Verflossenen, in die USA abgereist ist. Ein Schock für Pierre und Michel, denn auch Jacques ist verreist, was die beiden zu unfreiwilligen und hoffnungslos überforderten Babysittern macht. Gezwungenermaßen übernehmen Michel und Pierre die Vaterrolle und versorgen das Kind mit Fläschchen, Windeln und notfalls sogar mit einem Schlaflied. Das funktioniert mehr schlecht als recht und bietet jede Menge Anlass für absurde Situationskomik und unfreiwillig lustige Dialoge. Ohne es zu merken, erliegen die beiden zunehmend dem Charme ihrer kleinen Mitbewohnerin, die sie zwar an den Rand des Zusammenbruchs bringt, mit ihrem entwaffnenden Lächeln aber jedes gestandene Männerherz mühelos zum Schmelzen bringt. Als Jacques zurückkehrt, ist es längst um die beiden Ersatzpapas geschehen. Und dann ist da noch ein mysteriöses Paket, das nicht nur Ganoven, sondern sogar die Polizei in die Männer-WG lockt. Was steckt dahinter? Drogenschmuggel? Könnte jemand Marie das Päckchen untergeschoben haben? Was hat das alles mit Maries Mutter zu tun, die plötzlich wieder auf der Bildfläche auftaucht?

»Oh, fuck! An Windeln hab‘ ich nicht gedacht …«
Die turbulente Komödie der versierten französischen Autorin Coline Serreau macht Spaß, weil sie wie jedes gute Boulevardstück äußerst charmant mit landläufigen Rollen- und Geschlechterklischees jongliert und sie dabei geistreich hinterfragt. Ein ausgelassenes Theaterspektakel für Jung und Alt. Coline Serreaus Film „Drei Männer und ein Baby“, landete 1985 einen Riesenerfolg. Er war für den Oscar nominiert und erhielt drei Césars, unter anderem für das beste Drehbuch, das ebenfalls von Serreau stammt. 2018 wurde das Drehbuch für die Bühne adaptiert und von Coline Serreau in Paris inszeniert. Mit ihrem freundlichen Feminismus durch die Hintertür der Unterhaltung hat Coline Serreaus der Gesellschaft den Spiegel vorgehalten und dank ihres kommerziellen Erfolges vielen Frauen den Weg ins Filmgeschäft geebnet. Serreaus modernisierte Bühnenfassung variiert einmal mehr mit viel Charme und augenzwinkerndem Humor scheinbar unverwüstliche Rollenbilder und zeigt, wie wunderbar befreiend Lachen sein kann


Drei Männer und ein Baby © Shutterstock - Ramona Heim


BIOGRAFIEN

Mathias Herrmann (c) Mathias BothorMathias Herrmann 
ist Schauspielabsolvent der renommierten Otto Falckenberg Schule in München und spielte während seines Studiums an den Münchner Kammerspielen. Theaterenga-gements in Freiburg, Dortmund, Bremen, Bonn, Mannheim, Basel, Düsseldorf, Berlin und Köln folgten. Sein Filmdebüt gab er 1987 in Ralf Huettners Überraschungserfolg „Das Mädchen mit den Feuerzeugen“. 1995 zog Mathias Herrmann internationale Aufmerksamkeit mit einer Hauptrolle in „De Partizanen“ auf sich, einem holländischen Weltkriegsdrama, das u. a. für einen Emmy nominiert war. Einem breiten Fernsehpublikum wurde er durch seine Rolle in „Ein Fall für Zwei“ bekannt. Es folgten zahlreiche TV-Hauptrollen, u. a. in der mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Produktion „Das Phantom“. Als Oberstaatsanwalt war Mathias Herrmann in der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ zu sehen. OSCAR-Preisträger Florian Gallenberger engagierte ihn für „John Rabe“, der mit vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde (u. a. als Bester Film und 2018 für „Grüner wird‘s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“. In dem Erfolgsstück „Unsere Frauen“ von Éric Assous stand Mathias Herrmann zuletzt über 200 Mal auf der Bühne und begeisterte Kritik und Publikum.

Heio von Stetten (c) Gregor HohenbergHeio von Stetten 
Nach seinem Studium an der Otto Falckenberg Schule in München spielte Heio von Stetten zunächst fast nur am Theater. Unter der legendären Intendanz von Ruth Drexel/Hans Brenner gehörte er von 1989 bis 1993 zum Ensemble des Münchner Volkstheaters. Danach war er zehn Jahre lang (von 1989 bis 1995) an dem alternativen Münchner Theater Schauburg u. a. in „Andorra, Traumspiele“ nach Strindberg, „Das Kabinett des Dr. Caligari“ und „Polenweiher“ zu sehen. Als Gast am Bregenzer Landestheater Vorarlberg stand er 2016 – wie schon sieben Jahre zuvor bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen – in der Rolle des Bassa Selim in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ auf der Bühne. Seine Filmkarriere startete er 1995 mit der Rolle des Ritschi Koslowski in dem mit dem Bayerischen Filmpreis als Beste Komödie ausgezeichneten Liebesfilm „Der schönste Tag im Leben“. 1995 stand er für zwölf Episoden der mehrfach prämierten italienisch-deutsch-französischen Koproduktion „Einer von uns“ vor der Kamera. Es folgten Kinofilme wie „Honigmond“ oder „verliebt in eine Unbekannte“. Mit Katja Riemann drehte Heio von Stetten u. a. „Bandits“. In Mittelpunktsrollen war der gefragte Schauspieler in über 80 Fernsehspielen zu sehen und trat als Gaststar in zahllosen Serien auf, u. a. in „Soko Wien“, „Ein Fall für Zwei“ oder „Die Chefin“. 2017 war er zum ersten Mal bei den Freilichtfestspielen in Worms engagiert. In der Rolle des Boris in der EURO-STUDIO Landgraf-Produktion von Yasmina Rezas „Bella Figura“ ist er seit der Spielzeit 2017/2018 auf Tournee zu erleben.

Boris Valentin Jacoby _c_ Katy OttoBoris Valentin Jacoby 
Der in Solingen geborene spätere Burgschauspieler studierte von 1989 bis 1992 Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Gleich im dritten Studienjahr engagierte ihn der Regisseur und Intendant Claus Peymann an das Burgtheater Wien. Bis 1999 arbeitete er dort mit Peymann („Zurüstungen für die Unsterblichkeit“, „Edward II“) und weiteren renommierten Regiegrößen wie u. a. Peter Zadek, Ruth Berghaus, Hans Neuenfels, Wolfgang Engel und Achim Freyer. Als Peymann 1999 seine Intendanz am Berliner Ensemble antrat, nahm er Boris Valentin Jacoby mit in die Hauptstadt. Dort war der Schauspieler in 18 Jahren Festengagement an über 50 Produktionen beteiligt, u. a. spielte er unter der Regie von Claus Peymann Claudio in Shakespeares „Maß für Maß“ und Dunois in Schillers „Die Jungfrau von Orleans“. Außerdem arbeitete er dort mit so bekannten Regisseuren wie George Tabori („Die Brechtakte“, „Erdbebenconcerto“, „Die Juden“, „Jubiläum“), Robert Wilson („Wintermärchen“, „Lulu“), Leander Haußmann („Ein Sommernachtstraum“, „Woyzeck“, „Der gute Mensch von Sezuan“, „Drei Schwestern“, „Der Danksager“), Philip Tiedemann („Die Kleinbürgerhochzeit“, „100 Fragen an Heiner Müller“) und Sebastian Sommer („Baal“). Gemeinsam mit Claus Peymann entstanden für die Salzburger Festspiele die vielbeachteten Uraufführungen „Die Unsichtbare“ von Christoph Ransmayr und „Da Ponte in Santa Fee“ von Peter Turrini. Mit so wichtigen Produktionen wie Shakespeares „Titus Andronicus“ (Regie: Wolfgang Engel) bzw. „Richard II.“ (Regie: Claus Peymann) fuhr er 1995 und 2001 zum Berliner Theatertreffen – ein Ritterschlag für jeden deutschen Schauspieler. Erfolgreich meisterte Jacoby außerdem eigene Ausflüge ins Regiefach, u. a. am Berliner Ensemble mit seiner Inszenierung von „Schule mit Clowns“ von F. K. Waechter. Auch als Sprecher ist er gefragt und hat zahlreiche Features und Hörspiele sowie Fernseh- und Kinodokumentationen eingesprochen. Seit Sommer 2017 ist er freiberuflich tätig und gastiert u. a. am Schlosspark Theater Berlin als Bräutigam in Brechts „Die Kleinbürgerhochzeit“ oder bei Musik&Theater Saar als Bassa Selim in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“.

Serreau, Coline © henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag BerlinColine Serreau (Autorin)
hat Literatur-, Musikwissenschaft und Schauspiel studiert und stand in Rollen von Shakespeare, Pirandello und Brecht auf der Bühne. Parallel begann sie, Drehbücher und Theaterstücke zu schreiben. Ihr Spielfilmdebüt „Pourquoi pas“, eine ironische Dreiecksgeschichte über die sexuelle Befreiung in der Nach-68-Generation, wurde mit dem Prix Sadoul ausgezeichnet. Ein Sensationserfolg wurde ihr Film „Drei Männer und ein Baby“/„Trois hommes et un couffin“, dreifach ausgezeichnet mit dem wichtigsten französischen Filmpreis CÉSAR. Allein im Großraum Paris sahen über zwei Millionen Zuschauer den Film. 2018 folgte die Bühnenadaption. Mit ihrem freundlichen Feminismus durch die Hintertür der Unterhaltung hat Coline Serreau 1985 weitaus mehr getan, als der patriarchalen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Dank ihres kommerziellen Erfolges ebnete sie für viele weitere Frauen den Weg ins Filmgeschäft. Neben Kinound Dokumentarfilmen schrieb sie Theaterstücke, in deren Uraufführungen, meistens inszeniert von ihrem Ehemann Benno Besson, sie immer eine Hauptrolle übernahm.

Christian Brey (Regie)
ist ein leidenschaftlicher Theatermensch und als Schauspieler, vor allem aber als Regisseur unermüdlich mit Inszenierungen für die deutschsprachigen Bühnen beschäftigt. Dabei bewegt es sich gern über Genregrenzen hinweg, ob Komödie oder ernstes Fach, Operette oder Musical, Breys bisheriges Schaffen ist äußerst facettenreich. Zu seinen jüngeren Regiearbeiten gehört Peter Shaffers „Komödie im Dunklen“ am Volkstheater Wien (2018) oder „Dracula“ für das Theater und Orchester Heidelberg, aufgeführt im Hof des Heidelberger Schlosses (2019). Die Rhein-Neckar-Zeitung meinte dazu, Brey habe den Gruselklassiker „lustvoll“ ausgeschlachtet – „Gagatainment“ sei garantiert.
Christian Brey, geboren 1973 in Geldern am Niederrhein, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, wo er 1998 auch seinen Abschluss machte. Von 1997 bis 2011 war er fest am Schauspiel Stuttgart engagiert. Dort war er in so unterschiedlichen Stücken zu sehen wie in Sarah Kanes beklemmendem „Gesäubert“ („Cleansed“) in der Regie Martin Kušej oder in Stephan Kimmigs Inszenierung von Moritz Rinkes heiterem Stück „Der Mann, der noch keiner Frau Blöße entdeckte“. Brey arbeitete auch mit dem Regisseur Hasko Weber in Ödön von Horváths „Die Bergbahn“ und mit Marc von Henning zusammen und spielte in allen Stuttgarter Inszenierungen des Regisseurs und Bühnenautors René Pollesch, der 2002 vom Fachmagazin „Theater heute“ für seine Prater-Trilogie zum besten deutschsprachigen Dramatiker gewählt wurde und aktuell der designierte Nachfolger von Frank Castorf an der Berliner Volksbühne ist.
Bereits 2006 wechselte Christian Brey mit dem Stück „Hotel Hotel“ nach einer Fernsehserie des britischen Comedians und Autors John Cleese ins Regiefach. Die Zusammenarbeit mit René Pollesch und Harald Schmidt intensivierte sich, nachdem Harald Schmidt ab 2007 Ensemblemitglied am Staatstheater Stuttgart wurde. Noch 2007 fand unter Breys Regie die Premiere des Liederabends „Elvis lebt – Und Schmidt kann es beweisen“ statt und 2008 folgte das von Schmidt konzipierte Hamlet-Musicals „Der Prinz von Dänemark“, Regie ebenfalls Christian Brey. In Stuttgart inszenierte Brey außerdem „Der Boss vom Ganzen“ von Lars von Trier sowie die Komödie „Volpone“ des Shakespeare-Zeitgenossen Ben Jonson, bearbeitet von Soeren Voima, einem Pseudonym, hinter dem sich ein Kollektiv von Theaterleuten aus dem Umfeld des Frankfurter TAT verbarg. Die Titelrolle war wieder mit Harald Schmidt besetzt. Zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Schmidt kam es 2009 an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, wo die beiden Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ aufführten. Breys und Schmidts dezidiertes Ziel, die Operette neu zu beleben, fand Die Welt gelungen und titelte: „’lustige Witwe‘ hat Klasse“. Seit 2009 gehörte Brey auch zum festen Team von Harald Schmidts Late-Night-Show im Fernsehen. 2010 hatte Breys Inszenierung von „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn im Theater Chemnitz Premiere und 2012 „Harold und Maude“, ein Klassiker, der in der Verfilmung von Hal Ashby Kinogeschichte geschrieben hatte. 2012 arbeitete Brey am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und inszenierte die französische Komödie „Der Vorname“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière. Im Herbst 2013 folgte am Theater Osnabrück David Gieselmanns „Die Phobiker“ als Uraufführung, sowie die Deutschsprachige Erstaufführung von Richard Beans Goldoni-Adaption „Diener zweier Herren“ und „Ein Mann, zwei Chefs“ am Theater Münster. 2014 führt er Regie bei „Doppelfehler“ von Barry Creyton an der Komödie am Kurfürstendamm und bei „Dinner für Spinner“ von Francis Veber am Theater Bielefeld.
Immer wieder wird Christian Brey zu wichtigen Theaterfestivals eingeladen, u. a. war er Gast beim Heidelberger Stückemarkt und den Autorentheatertagen am Deutschen Theater in Berlin. Nebenbei findet Christian Brey sogar Zeit für die Nachwuchsförderung. Er unterrichtet in Workshops, u. a. an der Folkwang Universität der Künste.