Komödie Winterhuder Fährhaus: Das Abschiedsdinner, Regie: Jürgen Wölffer, mit: Ingolf Lück, Saskia Valencia, René Steinke, Probenfoto

Das Abschiedsdinner

Komödie Berlin/ Komödie Winterhuder Fährhaus
DAS ABSCHIEDSDINNER
Komödie von Matthieu Delaporte/ Alexandre de la Patellière
Theater-Verlag Desch GmbH

Mit Michael von Au, René Steinke*, Saskia Valencia
* Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.

(insg. 3 Mitwirkende)

Regie: Jürgen Wölffer
Bühnenbild: Julia Hattstein
Kostümbild: Anna Meerwein

27.09.2020 – 30.10.2020


INHALT

Was, wenn ein Treffen mit alten Freunden zur bloßen Verpflichtung gerät? Wenn man sich immer dieselben Geschichten erzählt und hinter dem Rücken des jeweils Anderen eigentlich nur noch lästert? Dann könnte man sich doch auch gleich von der belastenden Beziehung verabschieden, oder? So sehen es jedenfalls Peter und Katja Vorberg, die keine Lust mehr haben, 35 % ihrer freien Abende mit aufwendiger Freundschafts- und Kontaktpflege zu verbringen. Das sogenannte „Abschiedsdinner“ soll Abhilfe schaffen. Es wird für solche Freunde gegeben, die eigentlich nur noch aus Gewohnheit eingeladen werden. Beim Lieblingswein jener Wegbegleiter, umringt von den Geschenken, die man im Laufe der Zeit von ihnen erhalten hat und bei deren Lieblingsmusik soll ein Essen kredenzt werden – alles, ohne den Betreffenden zu sagen, dass es das letzte Ma(h)l sein wird. Die Vorbergs beschließen, es zu versuchen und wählen als erstes Paar Anton und Bea aus. Alles wird arrangiert und steht bereit für den letzten gemeinsamen Abend. Doch Anton kommt ohne Bea. Peter und Katja erschrecken – was, wenn er etwas merkt?! Doch zu spät, Anton entlarvt sie. Erst geschockt, möchte er dennoch versuchen, die Freundschaft zu retten und schlägt vor, eine Art Therapiestunde abzuhalten. Was folgt, ist ein genialer Schlagabtausch der beiden Männer, die sich im Verlauf des Abends nichts schenken und alles auspacken, was sie sich in den langen Jahren ihrer Freundschaft nie gesagt haben. Rasant und gnadenlos schaukeln sie sich unter der Beobachtung von Katja gegenseitig hoch, bis letztendlich eine Handvoll Erdnüsse die kathartische Läuterung vollbringt. 


1 Valencia_Lück © Joachim Hiltmann2 Ensemble © Joachim Hiltmann3 Lück © Joachim Hiltmann 4 Lück_Steinke © Joachim Hiltmann5 Lück_Steinke © Joachim Hiltmann6 Valencia_Steinke © Joachim Hiltmann


BIOGRAFIEN

DARSTELLER
Michael von Au
Seine Ausbildung machte der bekannte Staatsschauspieler an der Schauspielschule Maria Körber in seiner Heimatstadt Berlin. Von dort engagierte ihn Regisseur und Intendant Dieter Dorn 1988 direkt an die Münchner Kammerspiele, wo er u. a. in Hauptrollen in Dorns Inszenierung von Shakespeares „König Lear“ und Franz Xaver Kroetz’ Inszenierung von Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ mitwirkte. 2001 wechselte er mit Dieter Dorn an das Bayerische Staatsschauspiel (Residenztheater) München, dessen Ensemblemitglied er bis zur Spielzeit 2010/2011 blieb. Dort arbeitete er in prominenten Rollen u. a. mit so renommierten Regisseur*innen wie Dieter Dorn (Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“, Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“, Euripides‘ „Alkestis“), Barbara Frey (Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wienerwald“), Thomas Langhoff (O’Neills „Ein Mond für die Beladenen“) sowie Florian Boesch und Hans-Ulrich Becker zusammen. Gemeinsam mit Tim Bergmann entstand hier auch die musikalisch-komödiantische Produktion „Die Au Mann Schau – spontan aber herzlich“. Ab 2011 arbeitete Michael von Au als freier Schauspieler, u. a. am Renaissance Theater Berlin, am Nationaltheater Mannheim (Kleists „Amphitryon“, Regie: Elmar Goerden), am Wiener Theater in der Josefstadt (unter der Regie von Folke Braband u. a. in Peter Shaffers „Der nackte Wahnsinn“) und am Gärtnerplatztheater in München (Benatzkys „Im weißen Rössl“). Seit Beginn der Intendanz von Burkhard C. Kosminski in der Spielzeit 2018/19 ist Michael von Au nun als festes Ensemblemitglied am Schauspiel Stuttgart engagiert. Daneben sieht man den gefragten Schauspieler seit Jahren auch im privaten und
öffentlich-rechtlichen Fernsehen in diversen Fernsehspielen („Die Braut vom Götakanal“, „Armans Geheimnis“, „Das Echo der Schuld“ u. a.) sowie in Serien wie u. a. „Der Alte“, „SOKO 5113“ bzw. „SOKO München“, „Das Traumschiff“ oder „Rosamunde Pilcher“. Mit der ZDF-Serie „Mit Samt und Seide“, in der er eine durchgehende Rolle spielte (Florian Unger), wurde er einem breiten TV-Publikum bekannt. 2008 erhielt Michael von Au den Münchner Merkur-Theaterpreis. 2017 wurde er mit dem begehrten Kulturpreis Bayern der Bayernwerk AG geehrt, der seit 2005 für herausragende Leistungen in Kunst und Wissenschaft verliehen wird.

René Steinke wusste schon früh, dass er Schauspieler werden wollte. Bei einem Casting für eine DEFA-Kinderproduktion setzte er sich durch und bekam die Hauptrolle. Nach absolvierter Wehrpflicht und zwei Jahren als Rettungssanitäter wurde er mit 26 Jahren endlich an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin angenommen. Sein erstes Festengagement erhielt er an der Berliner Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz. Dort spielte er unter anderem in mehreren Inszenierungen von Andreas Kriegenburg. Ab 1995 widmete er sich vermehrt Film- und Fernsehproduktionen und spielt seitdem erfolgreich die unterschiedlichsten Rollen. Sein Durchbruch gelang ihm 1999 mit der Rolle des Tom Kranich in „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“. Nach fünf Jahren bei der Erfolgsserie überzeugt er seit 2007 immer wieder in diversen Spielfilmen und Serien, u.a. im ZDF, Sat.1 oder RTL.
Ende 2013 zog es ihn wieder ans Theater zurück. Unter der Regie von Christian Brey stand er zusammen mit seiner Kollegin Sonsee Neu im Frühjahr 2014 fast täglich mit „Doppelfehler“ auf der Bühne der Komödie am Kurfürstendamm. Seit 2015 spielt er in Hamburg in der Komödie Winterhuder Fährhaus u.a in „Das Abschiedsdinner“, mit welchem René Steinke erstmals für das Tournee-Theater-Thespiskarren auf der Bühne steht.

Saskia Valencia wurde 1964 in Rostock geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst ein Volontariat im Bereich Produktions-leitung beim Fernsehen der DDR. Anschließend studierte sie an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam . Einem breiten Fernsehpublikum wurde Saskia Valencia durch ihre Rolle in der RTL Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (1993 bis 1996) bekannt. Es folgten zahlreiche Fernsehfilme und Serien wie „Polizeiruf 110“, „Pilcher“, „Lindström“, „Klinik unter Palmen“, „Traumschiff“, „Küstenwache“, „Traumhotel“, „Unser Charly“, „Alpenklinik“, „Der Bergdoktor“ und viele andere. Von 1999 bis 2001 moderierte sie die ZDF-Sendung „Reiselust“, die sie rund um den Globus führte. 2011 spielte Saskia Valencia die weibliche Hauptrolle in der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ und brachte dem Format die besten Quoten seit Beginn der Ausstrahlung ein. Seit 2010 ist Saskia Valencia auf Theaterbühnen in Hamburg, München und Frankfurt zu Gast, mit den Stücken „Gut gegen Nordwind“, „Die Wahrheit“ und „Kleine Eheverbrechen“. Mit der erfolgreichen Produktion „Blütenträume“ von Lutz Hübner sowie mit Theresia Walsers satirischer Komödie „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ war sie mehrere Jahre für die Konzertdirektion Landgraf auf Tournee. Im „Abschiedsdinner“ ist sie in der Spielzeit 18/19 an der Seite von Ingolf Lück und René Steinke mit dem Tournee-Theater Thespiskarren unterwegs. 


PRESSESTIMMEN

Eine Paraderolle für Ingolf Lück
Witzige, auf den Punkt pointierte Dialoge beschwören wie schon in „Der Vorname“ die ein oder andere Lachsalve der 500 Zuschauer herauf. (…) Gerade durch das Spiel von Ingolf Lück wird „Das Abschiedsdinner“ zu einer abstrusen Parabel über die Freundschaft zweier Männer in wilden Zeiten.
DUISBURG-HOMBERG Stephan Sadowski, Neue Ruhr Zeitung, 27.10.2018

Stehende Ovationen für „Abschiedsdinner“
Ingolf Lück spielte den egozentrischen Anton derart mitreißend, dass es auch noch nach zwei Stunden Spaß machte, ihm zuzuhören. (…) Der Dank für das spielfreudige Trio waren stehende Ovationen im Schlussvorhang.
SALZGITTER-BAD Torsten Bogdenand, Salzgitter Zeitung, 22.10.2018

Beifallsstürme für „Abschiedsdinner“
Ein vergnüglicher Abend, der beste Komödie abliefert und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißt.
MEPPEN Heiner Harnack, Meppener Tagespost, 20.10.2018

Die Komödie bot dem begeisterten Publikum reichlich Gelegenheit zum Lachen, aber auch zum Nachdenken. (…) Für die drei Akteure gab es für ihr engagiertes wie überzeugendes Spiel tosenden Applaus.
OFFENBURG Bettina Kühne, Offenburger Tageblatt, 15.10.2018

Gelächter ohne Pause und rasender Applaus am Ende für die tempogeladene Inszenierung von Jürgen Wölffer mit Saskia Valencia (Katja), René Steinke (Peter) und Ingolf Lück (Anton) im durchgestylten Designer-Bühnenbild Julia Hattsteins. Dialogwitz und Körpersprache des Darsteler-Trios triumphierten, überschritten auch gern mal die Grenze zum intelligenten Klamauk.
Da gab besonders Ingolf Lück dem Affen Zucker, drehte auch René Steinke mächtig und urkomisch auf, um sich dann im Schlagabtausch mit seinem Kumpel streckenweise wohltuend zurückzunehmen. Die Rolle der blonden selbstbewussten Katja stand Saskia Valencia hervorragend, sie zeigte ohne Wenn und Aber, wer in ihrer Ehe die Hosen anhat.
WOLFSBURG (km), Wolfsburger Allgemeine, 02.10.2018

Henkersmahlzeit für eine Freundschaft
Besser hätte die Brackweder Kulisse gar nicht in die neue Saison starten können: Auf der Bühne ein famos aufspielendes Schauspielertrio um Lokalmatador Ingolf Lück und im Zuschauerraum endlich keine leeren Stühle mehr. (…)
In einem spritzig inszenierten Rollenwechsel halten sich [Anton und Peter] gegenseitig einen Spiegel vor und entblößen sich seelisch und körperlich genug, um die Zuneigung zueinander neu zu entfachen. Gerade in diesem (…) Teil wachsen Steinke und Lück über sich hinaus und treiben sich gegenseitig zu komödiantischen Höchstleistungen an.
BIELEFELD Kerstin Panhorst, Westfalen-Blatt, 01.10.2018

Klamauk gefällt mit unerwartetem Tiefgang
Die Idee der Autoren entzündete sich an unser aller Lebensrealität. Wir vergeuden zu viel Zeit mit belangloser Kommunikation, fälschlicherweise Freundschaft genannt. Die Szene muss bereinigt werden. (…)
Ingolf Lück [ist] ein Ereignis. Schwatzhaft, voller Selbstmitleid, zappelig, arrogant bis zur Beleidigung, schießt er mit vollem Körpereinsatz agierend seine Wortsalven auf die sich windenden Gastgeber ab. (…) Das alles vollzieht sich in einem wahnwitzigen Dialogtempo, mit Wort- und Körperwitz, mit Charme und perfekt ausgespielter Situationskomik. Die auf Rasanz setzende Inszenierung wird durch die kongenialen Darsteller zum Erfolg (…). Ein amüsantes Lehrstück mit glänzender Oberfläche und kaum erwartetem Tiefgang. Zu Recht langer Applaus für das großartige Schauspieler-Trio.
WOLFENBÜTTEL Rainer Sliepen, Wolfenbütteler Zeitung, 27.09.2018

Als Ingolf Lück hinzukommt – der den zu verabschiedenden exzentrischen Hochschullehrerfreund Anton Rother gibt -, vibriert die Bühne, die ob seiner Darstellung der Ticks des neurotischen Egozentrikers alle Register zieht – mit viel Zwischenapplaus und Gelächter, wie zum Beispiel bei der peniblen Auflistung in einem Stakkato-Wortschwall, wieviele Sorgen Whiskey es gibt und worin der Unterschied besteht.
BERLIN Eva-Maria Koch, Weltexpress, 15.12.2016

Dann hat Ingolf Lück seinen großen Auftritt als egozentrische Nervensäge. Die gibt er so inbrünstig und mit solch einer Textfülle, dass man um seine Gesundheit bangt. Lohn der Mühen ist immer wieder Zwischenapplaus. Auch René Steinke spielt sich die Seele bis zum Bluthochdruck aus dem Leib.
BERLIN Claudia von Dühren, Berliner Zeitung, 12.12.2016

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