RonWilliams (c) Eva-Maria Feilkas

Miss Daisy und ihr Chauffeur

Tournee-Theater THESPISKARREN
MISS DAISY UND IHR CHAUFFEUR
(Driving Miss Daisy)
Schauspiel mit Musik von Alfred Uhry

Mit Ron Williams u. a.

ca. 3 Mitwirkende

ca. 1. März – 5. April 2022
ca. 20. April – 10. Mai 2022

»Wir neigen dazu, Erfolg eher nach … der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Maß unserer Menschlichkeit.«
Dr. Martin Luther King, amerikanischer Bürgerrechtler (1929-1968)


INHALT

»… der liebe Gott hat einer Zitrone mehr Verstand gegeben als Ihnen …«
Atlanta, Georgia, 1948: Daisy Werthan oder Miss Daisy ist eine 72-jährige pensionierte Schullehrerin. Nachdem sie eines Tages mit ihrem Auto einen Unfall auf dem Grundstück eines Nachbarn verursacht hat, kauft Sohn Boolie Werthan ihr einen neuen Wagen und engagiert vorsichtshalber den Farbigen Hoke Coleburn als Chauffeur. Hoke, mit seinen 60 Jahren selbst nicht mehr der Jüngste, ist ein ruhiger, lebenskluger Mann und somit der ideale Gegenpart zur egozentrischen Miss Daisy, die sich hartnäckig weigert, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Mit Ausdauer und unbeeindruckt von mancher unfreundlichen Bemerkung der alten Dame schafft es Hoke schließlich, dass Miss Daisy doch in den Wagen einsteigt und ganz allmählich bahnt sich während der gemeinsamen Ausfahrten zwischen dem ungleichen Paar eine respektvolle Sympathie an. Was zunächst den Charme einer widerspenstigen Zähmung hatte, entwickelt sich zu einem Gesellschaftsstück mit Tiefgang und subtilen Ober- und Untertönen, ohne das Spiel von Nähe und Ferne zwischen den beiden Hauptpersonen je ganz aufzulösen. Genügend Zündstoff für dauerhafte Spannung liefert schon der reale historische Rahmen, dem die beiden Protagonisten entstammen, Sphären, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hier die wohlhabende, gebildete jüdische Südstaaten-Lady, dort der farbige Angestellte aus der Unterschicht in einer Epoche, in der die Rassentrennung in den USA noch fast selbstverständlich den Alltag der Menschen bestimmte.

»Ma‘am, Autos benehmen sich nicht …«
Das Stück begleitet die beiden auf ihrem Lebensweg im Spiegel der beginnenden Bürgerrechtsbewegung und des gesellschaftlichen Wandels. Aber es erzählt nicht nur von den persönlichen Lebensumständen rund um Miss Daisy und ihren Chauffeur. Neben der Story ist es vor allem die Musik, die wie eine zusätzliche Kommentarspur die Ereignissen verdeutlicht und für Atmosphäre sorgt. Dank der exzellenten Arrangements und Songs kann man eintauchen die Welt des legendären Deep South der USA, jener Geburtsstätte so ziemlich sämtlicher moderner amerikanischer Musikrichtungen. Wie durch ein Brennglas betrachtet geben Musik und Story den Blick frei auf eine schwierige Epoche, jedoch geschieht dies auf eine menschlich warme, bewegende und sehr unterhaltsame Weise.

Der Autor des Stücks, Alfred Uhry, stammt selbst aus Atlanta, Georgia, und arbeitete nach seinem Studium vor allem als Musical-Texter für die verschiedensten Broadway-Produktionen in New York. „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ ist sein erstes Theaterstück. Ein Sensationserfolg, denn noch 1988, im Jahr der Uraufführung in Philadelphia, wurde das Stück mit dem begehrten Pulitzerpreis ausgezeichnet. 1989 entstand der gleichnamige viermal oscarprämierte Film, darunter ein Oscar für das beste Drehbuch, mit Jessica Tandy und Morgan Freeman, der äußerst erfolgreich auch in deutschen Kinos lief.


PRESSESTIMMEN

„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ zeigt uns, dass Freundschaft durch kleine Freundlichkeiten, ein Stück Kuchen, ein gemeinsames Lachen und einen Seufzer des Trosts geknüpft wird. Die Handlung dieser schönen Komödie spielt in den untergehenden Jahren der Rassentrennung und zeugt von gegenseitigem Verständnis in einer Zeit mutwilliger Ignoranz.
WASHINGTON D. C. Rita Kempley, Washington Post, 12.01.1990.


BIOGRAFIEN

RonWilliams (c) Eva-Maria FeilkasRon Williams
Geboren 1942 in Kalifornien/USA führte die Militärlaufbahn den umtriebigen Ron Williams nach Deutschland, wo er Moderator für den legendären Radiosender der amerikanischen Streitkräfte, AFN, wurde. Bald folgten Kabarett-, Radio-, TV- und Bühnenauftritte in ganz Europa. Das Multitalent mit ausgeprägter Medienaffinität wurde Schauspieler (Theater, Kino, TV), Kabarettist (u.a. bei der 1956 von Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt gegründeten Münchner Lach- und Schießgesellschaft) und präsentierte zahllose eigene One-Man-Shows. Er wirkte in mehr als 800 Fernsehsendungen mit (u.a. Ronabend, Musikszene, Spaß am Dienstag, Focus on Europe). Man kennt ihn als TV- und Hörfunkmoderator. Als Entertainer und Sänger ist er immer wieder in Live-Konzerten mit verschiedenen eigenen Bands oder als Gast diverser Bigbands zu sehen. Soziales Engagement ist für den Allrounder selbstverständlich. Seine „Schultour für Toleranz“, die ihn in über 100 Schulen führte, ist Herzenssache und Teil seines politischen Kampfes gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und für mehr Menschlichkeit. Dafür erhielt er am 13. Oktober 2004 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2007 fand die Welturaufführung des Musicals „Martin Luther King – The King if Love“ in der Berliner Kaiser-Wilhelms- Gedächtnis Kirche statt. Es basiert auf einem Buch von Williams, der auch als Hauptdarsteller und Komponist wirkte. Von 2005 bis Januar 2010 spielte er die Titelrolle des Ray Charles in „Play it again, Charles“ und von Januar 2009 bis Oktober 2011 die Titelrolle in „Endlich frei – Die Nelson Mandela Story“. Von 2012 bis 2016 war er in „Die Harry Belafonte Story“ zu sehen und 2008 bis 2016 wirkte er in der „Sweet Soul Music Revue“ als Präsentator und Sänger mit. Auch in „Onkel Tom’s Hütte“ – frei nach dem Romanklassiker von Harriet Beecher Stowe – wirkte Ron Williams in einer Fassung als Musiktheater mit.

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