Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen

Die Modernisierung meiner Mutter

mmmusic / Manuel Munzlinger
Die Modernisierung meiner Mutter
Eine Komödie mit Untiefen
nach dem gleichnamigen Bestseller
von „Auerhaus“-Autor Bov Bjerg
(exklusiv autorisierte Bearbeitung)

Konzept, Textbearbeitung + Inszenierung:
Götz Schubert, Manuel Munzlinger, Jenke Nordalm
Mit Götz Schubert & Manuel Munzlinger
Musikproduktion + Sounddesign: mmmusic
Bühnenbild: Stephan Fernau
Musik, Produktion + Leitung: Manuel Munzlinger
2 Darsteller

ca. 26. September – 9. Oktober 2022
ca. 14. – 27. Februar 2023
ca. 25. April – 8. Mai 2023


INHALT

Was geschieht, wenn ein Schauspieler und ein Musiker und Produzent einen ebenso witzigen wie geistreichen Bestseller von Bov Bjerg in die Hände bekommen? Es passiert im Idealfall Folgendes: Der Text beflügelt die Fantasie der beiden und es entsteht etwas wunderbar Neues. Nach seinem Überraschungserfolg „Auerhaus“ erzählt Bov Bjerg in seinem Bestseller „Die Modernisierung meiner Mutter“ mit schrägem Humor und entspannter Lakonie vom Leben eines mäßig erfolgreichen Schriftstellers, der sich staunend seinen Weg durch den Berliner Großstadtdschungel bahnt und die kleinen Absurditäten des Alltags in literarische Bonbons verwandelt.

Götz Schubert und Manuel Munzlinger fanden die skurrilen und liebevoll geschriebenen Anekdoten von Bjerg so grandios und inspirierend, dass sie die Geschichten neu sortierten und in eine aberwitzige Rahmenhandlung packten. Den Autor konnten sie überzeugen und er gestattete, dass sie mit dieser exklusiven Interpretation des Buches auf die Bühne gehen. Ihre Idee ist ebenso einfach wie genial: Der frustrierte und in die Krise geratene Held Rolf bekommt »therapeutischen« Beistand in Gestalt eines hochmodernen »CUBE«, der ihm mit der Beta-Version einer neuen – jedoch noch nicht ganz ausgereiften – Selbstfindungs-App als Coach oder griechischer Chor zur Seite steht. Siri oder Alexa lassen grüßen. Im Dialog mit seinem digitalen Gegenüber macht sich Rolf auf die Suche nach seiner Kreativität, seinem künstlerischen Urknall und seinen Wurzeln in der schwäbischen Provinz. Entstanden ist eine Theaterkomödie mit handfestem Realitätsbezug, die zwischen Gags und Augenzwinkern jede Menge Platz für berührende Momente lässt.

Götz Schubert und Manuel Munzlinger sind ein eingespieltes Team, das mit seinen erfolgreichen Musik/Hör/Spielen „Friede, Freude, Weihnachtskekse“ und „Geschichten von der allgemeinen Undurchschaubarkeit“ ebenfalls mit der Konzertdirektion Landgraf auf Gastspielreise ist. Für die Adaption von Bov Bjegs Meisterwerk haben sie ihr Kreativteam um Regisseurin Jenke Nordalm und Bühnendesigner Stephan Fernau erweitert.

Interview mit Götz Schubert und Manuel Munzlinger
Was war der Anlass, Bov Bjergs Buch zu einem Theaterstück zu verarbeiten?
Schon beim ersten Lesen hat uns die lässige Beobachtungsgabe von Bov Bjerg fasziniert. Das kindliche Bestaunen von skurrilen Belanglosigkeiten ist durch Bjergs Lupe betrachtet, ausgesprochen komisch und amüsant. Sein wertfreies und liebevolles Beobachten hat eine einzigartige Komik, die unweigerlich nach der Bühne schreit. Bjerg hat seine Geschichten ja selbst auf Berliner Lesebühnen vorgetragen. Wir entdeckten dann, dass die Geschichten nicht nur für sich bestehen, sondern neu sortiert eine Art Biografie ergeben. Man sieht da einen sympathischen Durchschnittstypen – wir nennen ihn Rolf –, der sich in seinem Beruf als Autor redlich abmüht, aber irgendwie nicht vorankommt. Er ist unglücklich, verheddert sich in Beziehungen, stochert in Kindheitserinnerungen in der schwäbischen Provinz und sucht – nach sich selbst, seinem Sinn.
Wie kam es dann zu CUBE, dieser hochmodernen, digitalen Multifunktionsbox?
Rolf braucht natürlich einen Gegenpart, eine eigene Ebene. Und wie es der Zufall will … beim gemeinsamen Brainstorming schaltete sich plötzlich Siri unseres iPads ein. Irgendeine Formulierung hatte es aktiviert und der bewährte Theatertrick des Deus ex Machina war da. Die Idee einer Siri- oder Alexa-Stimme, die Rolf durch den Alltag begleitet, ihm hilft, ihn hinterfragt oder auch provoziert, war geboren. Ein triviales, aber sehr aktuelles Hilfsmittel. Etwas, das uns an jeder Ecke angeboten wird. Eine App – das fortschrittlichste Allheilmittel unserer modernen Zeit, gegen jede Misere, zur Selbstoptimierung und als Therapieersatz. Und wir treiben es auf die Spitze: Unser CUBE kann noch viel mehr. Allerdings ist die App in der Beta-Version und funktioniert noch nicht so ganz perfekt, was zusätzlich Platz für Komik schafft.
Was bekommt das Publikum bei Schubert und Munzlinger, das es als Leser nicht bekommt?
Einen lustigen und interessanten Theaterabend, der unterhält und bestenfalls nachhallt. Ein Stück, das neben der allgegenwärtigen Sinnsuche den naiven Technikglauben unserer Zeit, die Heilsversprechen, die an jedes neue Release der nächstbesseren App geknüpft sind, augenzwinkernd relativiert. Diese Ebene des Textes hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass der Funke überspringt. Sie ist unser kleines bescheidenes Sahnehäubchen auf den genialen Texten von Bov Bjerg.


Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen Die Modernisierung meiner Mutter (c) mmmusic van Heesen


PRESSESTIMMEN

Zum Buch von Bov Bjerg

Storys in gewohnter, Bjergscher Güte, voller Humor und Lebensklugheit.
red., Brigitte 31.08.2016

Das Besondere liegt in dem extrem lakonischen Erzählton, der etwas kann, was nur Literatur kann.
FRANKFURT Frankfurter Allgemeine Zeitung 11. 08.2016

Bjerg ist als Humorist unberechenbar
STUTTGART Martin Halter, Stuttgarter Zeitung 05. 08.2016

Kein falsches Wort, ständig unerwartete Abbiegungen, sehr traurige Witze. Kondensiertes Auerhaus.
HAMBURG Der SPIEGEL 30.07.2016

Die Milieus sind fein und liebevoll beschrieben.
HAMBURG DIE ZEIT 21.07.2016

Es ist, als würde man die Autobiographie von ›Auerhaus‹ lesen.
FRANKFURT Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 17.07.2016


BIOGRAFIEN

Bov Bjerg Autor des Originaltextes
1990 begannen unter dem Namen Dr. Seltsams Frühschoppen junge Autoren damit, in einem besetzten Haus in Berlin-Mitte ihre Texte vorzutragen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte Bov Bjerg, der neben Horst Evers und anderen seine Geschichten über irrwitzige Altagsphänomene, Skurriles, Lustiges, Schräges, Blödes oder einfach nur Menschliches vorstellte. Die sogenannten »Lesebühnen« eroberten schnell einen festen Platz in der Nachwendekultur der Hauptstadt. Bjerg, mit bürgerlichem Namen Rolf Böttcher, verdankt seinen Künstlernamen dem Leuchtturm Bovbjerg Fyr an der dänischen Westküste Jütland. Seit 1984 lebt er in Berlin und studierte dort, in Amsterdam und Leipzig Linguistik, Niederlandistik, Politik und Literatur. 1989 war er Mitbegründer der Literaturzeitschrift Salbader. Mit Horst Evers und dem Musiker Manfred Maurenbrecher trat Bjerg ab 1996 regelmäßig als Kabarettgruppe Mittwochsfazit auf. 2002 erhielt sie den Deutschen Kabarettpreis. Nebenbei schrieb Bjerg u. a. für die Satirezeitschriften Titanic und Eulenspiegel. Bjergs komödiantisches Theater-Debüt „Krebs ist auch keine Lösung“ (2015) wurde im Polittbüro Hamburg uraufgeführt. Der Durchbruch als Romanautor gelang ihm mit „Auerhaus“ 2015. Die Geschichte von Jugendlichen, die eine Wohngemeinschaft gründen und sich um einen Freund mit Selbstmordabsichten kümmern, ist ein gelungener Drahtseilakt zwischen Komödie und Sozialdrama und wurde für Film und Theater adaptiert. Das Stück ging erfolgreich mit dem EURO-STUDIO Landgraf auf Gastspielreise. Die Kurzprosatexte für „Die Modernisierung meiner Mutter“ (2016) sind im Laufe von rund 20 Jahren entstanden. Die meisten davon waren zuvor bereits unter dem Titel „Ohne Brille kann ich rechts und links nicht unterscheiden“ als E-Book erschienen. Die lakonischen Alltagsskizzen pendeln zwischen Humor und Melancholie, zwischen treffsicherer Beobachtung und leiser Resignation. Für seine literarische Arbeit wurde Bjerg mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kleinkunstpreis Goldener Schoppen 2000, mit dem Deutschen Kabarettpreis (Programmpreis) für „Mittwochsfazit“ 2002 und 2018 mit dem Deutschlandfunk- Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Er war 2004 Gewinner des MDR-Literaturpreises und 2020 des Hugo-Ball-Preises. 2020 stand er auf der SWR-Bestenliste (Platz 3) für seinen jüngsten Roman „Serpentinen“.

Götz Schubert © mmmusic - Guido WernerGötz Schubert Rolf
Götz Schubert studierte an der Schauspielschule Ernst Busch (1984–1987) in Berlin und ging anschließend ans Maxim Gorki Theater (1987–1993) und ans Deutsche Theater (1993–2001). 1988 und 1990 wurde er mit dem Kritikerpreis der Berliner Zeitung geehrt, 1990 kürte ihn das Theatermagazin Theater heute zum Nachwuchsschauspieler des Jahres. Viel Aufmerksamkeit erhielt er als Adolf Hitler in der Inszenierung von George Taboris „Mein Kampf “ (1990) am Maxim Gorki Theater (Regie: Thomas Langhoff). 1995 spielte er im „Kirschgarten“ von Starregisseur Peter Stein bei den Salzburger Festspielen. 2002/2003 und 2005 verkörperte er Siegfried in Hebbels „Die Nibelungen“ bei den Nibelungenfestspielen Worms (Regie: Karin Beier), 2011August den Starken in „Die Mätresse des Königs“ bei den Zwingerfestspielen in Dresden (Regie: Dieter Wedel). 2014/2015 spielte er am Deutschen Schauspielhaus Hamburg u. a. die Titelrolle in „Die Ballade vom Fliegenden Holländer“ (Regie: Sebastian Baumgarten), Agamemnon im Antikenzyklus „Die Rasenden“ sowie Jerome in Alan Aykbourns „Ab jetzt“ (Regie: Karin Beier). Seit Mitte der 1980er Jahre steht Götz Schubert auch vor der Kamera. Er spielte u. a. in den Kinoproduktionen „Zwei schräge Vögel“ (1989), „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015) und „Das schweigende Klassenzimmer“ (2018) und wirkte mehrfach in fast allen bedeutenden TV-Serien mit, in „Bella Block“, „Polizeiruf 110“, „Wilsberg“, „Inspektor Jury“ u. a. Für die ZDF-Serie „KDD – Kriminaldauerdienst“ bekam er den Deutschen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis und für „Der Turm“ (2012) den Publikums-Bambi. Neben herausragenden Fernsehfilmen, wie „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013), „Meine Tochter Anne Frank“ (2015) und „Gott“ von Ferdinand von Schirach“ (2020), war er 12 Mal Gast im „Tatort“ und spielte in 11 Folgen die Hauptrolle des Burkhard `Butsch`Schulz in der Fernsehreihe „Wolfsland“.

Manuel Munzlinger © mmmusic - Guido WernerManuel Munzlinger CUBE, Nachrichtensprecher, Nase
Der vielseitige Musiker und Schauspieler studierte Oboe an der Hochschule der Künste in Berlin und bekam einige Orchesterengagements, u. a. bei den Berliner Sinfonikern, beim Deutschen Sinfonie Orchester Berlin und beim Berliner Barockorchester, bevor er sich eigenen Projekten widmete. Seine Experimentierlust führte ihn auch in angrenzende Arbeitsgebiete wie Kulturmanager, Musikalischer Leiter, Moderator, Sänger, Rockmusiker usw. Munzlingers Offenheit gegenüber musikalischen Genregrenzen führte ihn immer wieder zu Kombinationen von klassischer und unterhaltender Musik. »Die Leichtigkeit, das gekonnte Experimentieren, das Spielen mit den Stilen ist es, was Munzlingers Musik spannend und genussvoll zugleich macht.« (Freie Presse). Viel Aufmerksamkeit erregte sein Jazz Concerto für Oboe und Streicher. Zu seinen musikalischen Idolen zählt der Komiker Loriot als beispielgebend für die Kombination von Humor und Musik. Mit seinem Trio oboe in jazz war er u. a. Gast im Deutschen Bundestag und begleitete Konzertlesungen von Thekla Carola Wied, Winfried Glatzeder, Otto Sander und Ilja Richter. Dass Spaß und Komik eine wichtige Rolle im künstlerischen Schaffen Munzlingers spielt, zeigt sich auch in der langjährigen Zusammenarbeit mit Comedy- Urgestein Herbert Feuerstein, mit dem er viele Jahre als musikalischer Partner tourte. Seit 2010 ist er zudem Geschäftsführer der Produktionsfirma mmmusic in Berlin.

Jenke Nordalm Konzeptionelle Beratung, Coaching und Regie
Nach dem Studium der Theaterwissenschaft in Berlin und London arbeitete Jenke Nordalm von 1997 bis 1998 als Regieassistentin am Maxim Gorki Theater Berlin und danach für ein Jahr am Theater Basel. Seit 2000 ist sie freie Regisseurin, von 2001 bis 2006 arbeitete sie gemeinsam mit Daniela Kranz als Regieteam Kranz/Nordalm. Von 2000 bis heute hat sie über 50 Inszenierungen realisiert, darunter an den Sophiensælen Berlin, am Deutschen Theater Göttingen, am Theater Freiburg, am Deutschen Nationaltheater Weimar, am Theater St. Gallen, am Theater Aachen und am Landestheater Tübingen. Zwei ihrer Arbeiten wurden zu den Baden-Württembergischen Theatertagen eingeladen. Zuletzt hat sie die Regie von „altas“ von Thomas Köck an den Wuppertaler Bühnen (2020) geführt, „Das Dschungelbuch“ am Theater Aachen (2019), „Der goldene Topf “ von E.T.A. Hoffmann an der Württembergischen Landesbühne Esslingen (2019), „Momentum“ von Lot Vekemans am Theater Aachen (2019), „Adams Äpfel“ von K. D. Schmidt nach dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen am Theater St. Gallen (2018) und „Unterleuten“ (UA) nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh am Deutschen Nationaltheater Weimar (2017). Auch als Dramaturgin und im Erstellen von Stückfassungen hat sie sich einen Namen gemacht. Mit ihrer Familie lebt sie in Mannheim.

Stephan Fernau Bühnenbild
Stephan Fernau wurde in Dresden geboren und arbeitet seit 1997 als freiberuflicher Bühnen- und Kostümbildner. Zuvor war er dreizehn Jahre als Assistent und Bühnenbildner am Deutschen Theater Berlin beschäftigt. 1999 bis 2001 war er Ausstattungsleiter an der Schaubühne am Lehniner Platz. Seit 2001 wieder freiberuflich tätig, arbeitete er regelmäßig am Deutschen Theater Berlin, am Volkstheater Rostock und bei der NEUEn BÜHNE Senftenberg. Außerdem führten ihn Projekte u. a. an die Komödie am Kurfürstendamm, das Theater Münster, das Theater Junge Generation Dresden, das Maxim Gorki Theater Berlin, das Theater Essen, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, das Deutsche Theater Berlin und an die Deutsche Staatsoper Berlin. Stephan Fernau arbeitete u. a. mit den Regisseur*innen Thomas Ostermeier, Rüdiger Burbach, Alexander Lang, Veit Schubert und Esther Undisz, Nicole Oder und Sewan Latchinian zusammen. Er lebt in Berlin.