Ensemble © Oliver Fantitsch

Dinge, die ich sicher weiß

Ernst Deutsch Theater Hamburg
Dinge, die ich sicher weiß
(Things I Know To Be True)
Schauspiel von Andrew Bovell
Deutsch von Maria Harpner und Anatol Preissler
VVB Vertriebsstelle, Norderstedt

Mit Christoph Tomanek, Nina Petri,
Rune Jürgensen, Maria Hartmann,
Maximilian von Mühlen, Roxana Safarabadi

Regie: Adelheid Müther
Bühnenbild: Kathrin Kegler
Kostüme: Marie-Theres Cramer
Musik: Leonard Cohen: „Famous Blue Raincoat“
6 Darsteller*innen

ca. 10. Januar – 10. Februar 2023

Maria Hartmann wurde für ihre Darstellung der Fran mit dem Hamburger Theaterpreis Rolf Mares 2020 als herausragende Darstellerin geehrt.


INHALT

Ein Glücksfall für das Theater – und ein Fest für Schauspieler* innen ist dieses humorvoll melancholische, auch an deutschsprachigen Theatern viel gespielte Wellmade Play, in dem jedes Wort an der richtigen Stelle steht: Kein Satz wird zu viel, aber auch kein Wort zu wenig gesagt. Weil die jüngste Tochter zu Beginn und am Ende des Stücks die Dinge aufzählt, von denen sie sicher weiß, dass sie für sie wichtig sind, lernen wir die sechsköpfige Familie Price kennen, die einem ans Herz wächst, weil es bei ihnen zugeht wie bei vielen Familien, die lachen und trauern, sich lieben, die sich streiten und versöhnen, aber natürlich einander auch viele ihrer Hoffnungen, Pläne und Erkenntnisse verschweigen. Und so ist am Ende des Jahres, durch das wir Eltern, Kinder und Geschwister begleiten, vieles nicht mehr so, wie es am Anfang war.
Andrew Bovell: »Das Stück entfaltet sich anhand der vier Jahreszeiten, in denen je eines der erwachsenen Kinder eine Identitätskrise erlebt. Der Akzent des Stückes liegt dabei nicht so sehr auf diesen vier Krisen, sondern auf den Auswirkungen, die sie für die Eltern Bob und Fran haben – und wie jede der Krisen ihre Wertvorstellungen aufreibt und sie zwingt das Leben in Frage zu stellen, für das sie so hart gearbeitet haben.« Sehr genau beobachtet zeigt Bovell, was Kinder und Eltern trennt und was sie zusammenhält – nie sentimental, sondern mit liebevoller Sachlichkeit und großer Präzision, wodurch der Text eine umso größere Bühnenwirksamkeit bekommt.


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PRESSESTIMMEN

Zur Aufführung am Ernst Deutsch Theater

Turbulentes Familienleben
In der feinfühligen Inszenierung von Adelheid Müther kämpft die mit Bravos gefeierte Maria Hartmann bis zur Selbstaufgabe für ihre Vorstellung von heiler Welt. Tiefgründige Auseinandersetzung mit Themen, die jeden angehen: Ehe und Familie, Lebenslügen und Alter.
HAMBURG Brigitte Scholz, Hamburger Morgenpost, 18.01.2020.

Andrew Bovell ergründet in seinem Stück die geheimen Sehnsüchte, Erwartungen, Zumutungen und Begierden, die sich unter der Oberfläche einer Vorzeigefamilie verstecken. Kathrin Kegler hat ein sprechendes Bühnenbild für die Inszenierung gefunden: Die schützende Hülle des Familienrunds ist wie die Schalen eines Eis auseinander gebrochen. Die weißen, runden Mauerteile weisen Risse auf. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert von dem lebensklugen Stück, der beeindruckenden Ensembleleistung und der sensiblen Regie.
HAMBURG Birgit Schmalmack, hamburgtheater, 17.01.2020

Das Stück „Dinge, die ich sicher weiß“ erweist sich als Glücksgriff. Präzise geschrieben, voller überraschender Wendungen und mit süffisantem Witz. Da ist nichts abgegriffen oder abgenudelt. Komik und Ernst liegen dicht beieinander. Jeder trägt das Herz auf der Zunge. Gleichzeitig ist auch jeder erbitterter Hüter seiner Geheimnisse. Die Eltern ringen um Zusammenhalt, die Kinder um Loslassen. Alle gemeinsam um irgendeine Balance dazwischen. Die Schauspieler halten die Spannung gekonnt über zweieinhalb kurzweilige, atemlose Stunden. Die rasanten Wortduelle provozieren etliche Lacher.
HAMBURG Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, 18./19.01.2020


BIOGRAFIEN

Andrew Bovell Autor
Andrew Bovell ist nicht nur Theaterfans ein Begriff – auch als Drehbuchautor von Leinwandhits wie „Lantana“, „Strictly Ballroom“ (mit Baz Luhrmann) oder „A most wanted man“ hat sich der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Australier längst einen Namen gemacht. Bovell wurde in Kalgoorlie geboren und wuchs in Perth auf, studierte Drama am Victorian College of the Arts in Melbourne. Kaum jemand versteht es wie er, rätselhafte, vielschichtige Dramen aus verschiedenen Figuren, Ereignissen, Zeit- und Raumebenen zu stricken. Sein Schauspiel „Wer hat Angst vor der Arbeiterklasse“ („Who‘s afraid of the Working Class“) gewann 1999 den hochangesehenen AWGIE (Australians Writers‘ Guild Award) als bestes neues Stück. Seither hat Bovell schon fünf Mal den AWGIE Award gewonnen. Weitere bekannte Bühnenwerke sind u. a. „After Dinner“ (1987), „Ship of Fools“ (1988), „The Ballad of Lois Ryan“ (1987), „Scenes From a Separation“ (1995), „Like Whiskey on the Breath of a Drunk You Love“ (1992) und „Distant Lights From Dark Places“ (1994). „Speaking in Tongues“ erlebte seine Uraufführung 1996 an der Griffin Theatre Company in Sydney. Es folgten umjubelte Produktionen u. a. in New York, London und Paris. Nach diesem Schauspiel entstand der weltweit erfolgreiche und von den Kritikern gefeierte Film „Lantana“. Über das Stück „When the Rain Stops Falling“, das 2010 in Bonn unter dem Titel „Das Ende des Regens“ deutschsprachige Erstaufführung feierte, urteilet das Theater Magazin Bonn: „… faszinierende Familiengeschichte, die eigentlich eine ganze Menschheitserzählung ist und den großen Fragen von Schuld und Sühne, Liebe und Verrat und Tod nachgeht. „Der verborgene Fluss“ („The Secret River“), wirft virulente Fragen zu der Migrationsgeschichte Australiens auf und wurde 2019 als eindrucksvolles Beispiel der zeitgenössischen internationalen Theaterszene für zwölf Vorstellungen zum Edinburgh Festival eingeladen und anschließend als Aufführungsserie am National Theatre London gezeigt.

Adelheid Müther Regie
Ihre künstlerische Laufbahn begann 1981 als Regieassistentin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Dort führte Adelheid Müther 1985 erstmals Regie. Anschließend inszeniert sie u. a. in Braunschweig, Wuppertal, Zürich und Basel. An der Hochschule für Darstellende Kunst Hamburg inszeniert sie von 1990 bis 1992 Diplomstücke. 1993 bis 2000 war sie Schauspieldirektorin am Staatstheater Kassel. Seitdem ist sie als freie Regisseurin u. a. in Berlin, Bad Vilbel, Schwerin, sowie in Hamburg auf Kampnagel und an den Kammerspielen tätig. Am Ernst Deutsch Theater inszeniert sie erstmals 2002 „Die bessere Hälfte“ von Alan Ayckbourn. Es folgen u. a. Ibsens „Baumeister Solness“ (2003), „Bluthochzeit“ von Federico García Lorca (2003), „Süßer Vogel Jugend“ von Tennessee Williams (2007), „Schöne Überraschung“ Francis C. Winter (2010), „Damen mit Lift“ von Elisabeth Burchhardt und Dagrun Hintze (2013) und „Außer Kontrolle“ von Ray Cooney (2018) in Bad Vilbel.

Kathrin Kegler Bühnenbild
Nach dem Studium der Malerei an der Münchner Akademie für Bildende Künste und einer Ausbildung zur Bühnenbildnerin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg folgten Engagements an Sprech- und Opernbühnen, wie u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Berliner Schiller Theater, am Theater in der Josefstadt Wien, am Schauspielhaus Zürich, am Staatsschauspiel Dresden sowie an der Staatsoper Hannover, an der Komischen Oper Berlin, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und am Aalto-Theater in Essen. Internationale Produktionen führen Kathrin Kegler u. a. an die Welsh National Opera, ans Gran Teatre del Liceu Barcelona, ans Théâtre des Champs-Élysées Paris und an De Nationale Opera Amsterdam.

Marie-Theres Cramer Kostüme
Nach einer Ausbildung zur Modedesignerin in Düsseldorf arbeitet sie als Kostümassistentin an den Bühnen der Stadt Köln. 1980 bis 1985 war sie Kostümbildnerin am Schauspielhaus Hamburg. Seitdem ist sie freiberuflich tätig. Wichtige Stationen waren u. a. das Gran Teatre del Liceu in Barcelona (Richard Strauss „Salomé“, 1989), die Seattle Opera (Jacques Offenbach „Les contes d’Hoffman“, 2005 und Mozart „Don Giovanni“, 2014) und die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf (Ambroise Thomas „Hamlet“, 2010). Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet sie mit Adelheid Müther. Am Ernst Deutsch Theater erarbeiteten sie u. a. „Süßer Vogel Jugend“ von Tennessee Williams.

Christoph Tomanek Bob
In Hannover geboren, studierte er von 1992 bis 1996 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Anschließend spielte er am Theater Bremen. 1998 bis 2000 war er festes Ensemblemitglied am seinerzeit von Jürgen Flimm geleiteten Thalia Theater in Hamburg, wo er u. a. in „Poetry“ (Regie Robert Wilson/Lou Reed) spielte. Gastspiele führten ihn mit „Poetry“ an das Pariser Odeon Theater, nach New York und Amsterdam. Weitere Engagements folgten am Residenztheater München, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am St. Pauli Theater („Ihre Version des Spiels“ von Yasmina Reza) und an den Hamburger Kammerspielen („Der Ghetto Swinger“). Am Ernst Deutsch Theater war er u. a. in Dürrenmatts „Die Physiker“ (2011), „Foto 51“ von Anna Ziegler (2017), „1984“ nach George Orwells (2017– 2019), „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht (2018) und „Sophie“ von Roos Ouwehand (2019) zu sehen. Regelmäßig begegnet man ihm in Film und Fernsehen, wie „Danowski – Blutapfel“ oder Serien wie Tatort, Wilsberg, Spreewaldkrimi oder Helene Dorn.

Nina Petri Pip
Nach ihrer Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum führten sie Gastrollen u. a. an das Zürcher Schauspielhaus, das Schauspiel Köln und die Hamburger Kammerspiele. Ihr TV-Debüt gab sie 1990 in der Serie „Rote Erde“. 1994 erhielt sie für „Die tödliche Maria“ (Regie Tom Tykwer) den Bayerischen Filmpreis und wurde 1999 für „Bin ich schön?“ (Regie Doris Dörrie) und „Lola rennt“, (Regie Tom Tykwer), mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Als Sprecherin erhielt sie 2006 den Hörbuchpreis Osterwold für „Sucht mein Angesicht“ von John Updike. Am Ernst Deutsch Theater war sie u. a. in „Gift. Eine Ehegeschichte“ (2015) von Lot Vekemans zu sehen. 2017 spielte sie bei den Salzburger Festspielen und 2018 am Akademietheater Wien in Harold Pinters „Die Geburtstagsfeier“. 2018 gastierte sie bei den Bad Hersfelder Festspielen in Ibsens „Peer Gynt“.

Rune Jürgensen Mark
Rune Jürgensen studierte am Hamburger Schauspiel-Studio Frese. Seitdem ist er als freiberuflicher Schauspieler an mehreren Theatern und für verschiedenste Projekte der freien Szene, u. a. für Cinema des étoiles und Cobratheater. Cobra tätig. Von 2013 bis 2014 war er festes Ensemblemitglied der Bremer Shakespeare Company. Für zahlreiche performative Projekte arbeitete er mit bildenden Künstlern zusammen. Seit 2019 ist er Mitglied der Theatergruppe Sexy Theatermenschen. Ab 2011 ist er immer wieder am Ernst Deutsch Theater zu sehen, u. a. in „Der kleine Vampir“ nach Angela Sommer-Bodenburg (2011–2019), in „Die Welle“ (2017) nach einem Roman von Morton Rhue, in Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ (2018), in „Weißer Raum“ von Lars Werner (2019), „Pension Schöller“ von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs (2019) und in der Theateradaption von Daniel Kehlmanns Roman TYLL, eine Kooperation mit dem EURO-STUDIO Landgraf, u. a. den jungen Tyll.

Maria Hartmann Fran
Die Hamburgerin studierte bei Boy Gobert und Peter Striebeck am Thalia Theater. 1981 erhielt sie den O. E. Hasse-Preis zur Förderung des Schauspiel-Nachwuchses. Stationen ihrer Schauspielkarriere waren u. a. das Thalia Theater Hamburg (1978– 1980), Staatliche Schauspielbühnen Berlin (1980–1993), Schaubühne Berlin (1999), Renaissance-Theater Berlin (2001–2004), Kammerspiele des Theaters in der Josefstadt (2002) und Hessisches Staatstheater Wiesbaden (2019). Ferner hatte sie Gastverträge bei verschiedenen Tourneetheatern. So war sie in der EURO-STUDIO Landgraf-Produktion „Kopenhagen“ von Michael Frayn zu sehen, die 2000 mit dem 3. INTHEGA-Preis ausgezeichnet und anschließend vom Ernst Deutsch Theater Hamburg übernommen wurde, wo Maria Hartmann seitdem regelmäßig auftritt. Seit Beginn der 1980er Jahre steht sie auch vor der Kamera. Sie wirkte u. a. in der Serie „Unser Lehrer Doktor Specht“ mit und in den Reihen „Tatort“, „Der Alte“ und „Siska“.

Maximilian von Mühlen Ben
Der 1982 geborene Kölner absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule der Künste Bern. Im Zuge seiner Ausbildung setzte er Schwerpunkte in Akrobatik, Tanz und Bewegung. Die Arbeit mit dem Körper bezeichnet er als einen wichtigen Bestandteil seines Schaffens. 2012 spielte Maximilian von Mühlen am Theater Basel in „Triptychon eines seltsamen Gefühls“ von Beatrice Fleischlin in der Regie von Elias Perrig und Antje Schupp. Ab 2013 war er als freischaffender Schauspieler auf verschiedenen Bühnen im Raum Köln/ Bonn tätig und spielte u. a. in „Des Teufels General“ von Zuckmayer (2014) und Goethes „Faust I“ (2016) am Theater Tiefrot und in „Die Jungfrau von Orléans – HIMMEL HÖLLE UFERMASCHINE # 2“ nach Schiller in der Regie von Kristóf Szabó (2018). Seit 2016 ist er Mitglied des F.A.C.E. mixed media Ensembles Köln (Ltg. Kristóf Szabó). In der Dramatisierung des Romans „TYLL“ nach dem Roman von Daniel Kehlmann spielt er u. a. Friedrich V., den Winterkönig.