Miss Daisy und ihr Chauffeur (Pixabay)

Miss Daisy und ihr Chauffeur

Tournee-Theater THESPISKARREN
Miss Daisy und ihr Chauffeur 
(Driving Miss Daisy)
Schauspiel von Alfred Uhry

Mit Doris Kunstmann, Ron Williams, Benjamin Kernen
3 Mitwirkende

Regie: Frank Matthus
Ausstattung: Monika Maria Cleres

28. Februar – 28. März 2024
24. April – 15. Mai 2024

»Wir neigen dazu, Erfolg eher nach … der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Maß unserer Menschlichkeit.«
Dr. Martin Luther King, amerikanischer Bürgerrechtler (1929–1968)


INHALT

»… der liebe Gott hat einer Zitrone mehr Verstand gegeben als Ihnen …«
Atlanta, Georgia, 1948: Miss Daisy ist eine 72-jährige pensionierte Schullehrerin. Nachdem sie eines Tages mit ihrem Auto einen Unfall verursacht hat, kauft Sohn Boolie ihr einen neuen Wagen und engagiert vorsichtshalber den Schwarzen Hoke Colburn als Chauffeur. Hoke, mit seinen 60 Jahren selbst nicht mehr der Jüngste, ist ein ruhiger, lebenskluger Mann und somit der ideale Gegenpart zur egozentrischen Miss Daisy, die sich hartnäckig weigert, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Mit Ausdauer und unbeeindruckt von mancher unfreundlichen Bemerkung der alten Dame schafft es Hoke schließlich, dass Miss Daisy in den Wagen einsteigt, und allmählich entsteht während der gemeinsamen Ausfahrten zwischen dem ungleichen Paar eine respektvolle Sympathie. Was zunächst den Charme einer widerspenstigen Zähmung hat, entwickelt sich zu einem Gesellschaftsstück mit Tiefgang und subtilen Ober- und Untertönen, ohne das Spiel von Nähe und Ferne zwischen den beiden Hauptpersonen ganz aufzulösen. Genügend Zündstoff für dauerhafte Spannung liefert schon der reale historische Rahmen, dem die beiden Protagonisten entstammen, Sphären, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hier die wohlhabende, gebildete jüdische Südstaaten-Lady, dort der Schwarze Angestellte aus der Unterschicht in einer Epoche, in der die Rassentrennung in den USA noch fast selbstverständlich den Alltag der Menschen bestimmte.

»Ma‘am, Autos benehmen sich nicht …«
Das Stück war ein Sensationserfolg: Schon 1988, im Jahr der Uraufführung in Philadelphia, gab es den begehrten Pulitzerpreis. Die Hollywood-Adaption mit Jessica Tandy und Morgan Freeman von 1989 lockte nicht nur weltweit Millionen in die Kinos, sondern erhielt vier (!) Oscars, darunter einen für das Beste Drehbuch. Neben der Story ist es auch die Musik, die für Atmosphäre sorgt. Sie lässt uns eintauchen in die Welt des legendären Deep South der USA. Wie durch ein Brennglas betrachtet geben Miss Daisy und Hoke Colburn den Blick frei auf eine schwierige Epoche, jedoch geschieht dies auf eine menschlich warme, bewegende und sehr unterhaltsame Weise. Der Autor des Stücks, Alfred Uhry, stammt selbst aus Atlanta und arbeitete später vor allem als Musical-Texter für Broadway-Produktionen. Inspiriert zum Stück wurde Uhry von seiner Großmutter Lena Fox und ihrem langjährigen Chauffeur Will Coleman.


Miss Daisy... (c) Dietrich Dettmann Miss Daisy... (c) Dietrich Dettmann Miss Daisy... (c) Dietrich Dettmann
Miss Daisy... (c) Dietrich Dettmann Miss Daisy... (c) Dietrich Dettmann Miss Daisy... (c) Dietrich Dettmann


PRESSESTIMMEN

Rassismus, Schubladendenken und eine echte Freundschaft
Die beliebte Schauspielerin Doris Kunstmann spielt die kratzbürstige, zuweilen etwas grobe aber dennoch liebenswerte Miss Daisy perfekt. Aber auch Ron Williams geht in seiner Rolle als einfacher, lebenskluger Chauffeur voll auf.
STEINBACH (csc), Steinbacher Woche, 5.5.2022

Regie führte Frank Matthus. Seine beiden Hauptdarsteller spielen das Stück (…) überzeugend und bewegend bis zum Schluss. Stehende Ovationen waren die Belohnung für einen langen, intensiven Abend.
NIENBURG Sabine Lüers-Grulke, Die Harke, 4.5.2022

Lehrstück mit zwei bravourösen Mimen
Mit den zwei seit Jahrzehnten gefeierten Vollblut-Mimen Doris Kunstmann und Ron Williams, ihrem Mitstreiter Benjamin Kernen und einer überaus einfallsreichen Ausstattung und Musik-Auswahl musste man den Vergleich [zum Film] nicht scheuen. Und übrigens, das mit dem Auto wurde genial gelöst.
OBERSTAUFEN Rosemarie Schwesinger, Allgäuer Zeitung, 4.5.2022

Herausragend spielten Doris Kunstmann die Rolle der Miss Daisy und Ron Williams die des ebenfalls schon in die Jahre gekommenen Chauffeurs. Mit viel Sprachwitz, Situationskomik und brillant dargestellten Charakteren brachten die beiden Antagonisten das Publikum zum Schmunzeln, Lachen, aber auch zum Nachdenken.
WALSRODE Silvia Herrmann, Walsroder Zeitung, 30.4.2022

Doris Kunstmann und Ron Williams brillieren
Witzige Dialoge mit Tiefgang, Sätze, über die mancher Zuschauer erst intensiv nachdenken musste, und dabei immer die Brillanz vor allem von Williams und Kunstmann: Eingerahmt von einem unaufgeregten Bühnenbild zeigten die Akteure nicht nur Momentaufnahmen einer schwierigen Zeit. (…)
Auf sehr unterhaltsame Weise zeigte das Stück menschliche Verhaltensformen in großer Bandbreite auf, ohne in Kitsch, Komik oder unangenehme Belehrungen abzudriften. (…)
Bravo!
PEINE Grit Storz, Peiner Allgemeine Zeitung, 25.04.2022

Ein kongeniales Paar: Doris Kunstmann und Ron Williams
Die wunderbare Doris Kunstmann, inzwischen 77 Jahre alt, verleiht der Rolle der Daisy trotzigen Charme und gleichzeitig etwas sehr Weiches. (…) Und der inzwischen 80-jährige Kalifornier Ron Williams ist die Idealbesetzung für die Rolle von Hoke. Er hat den Blues bei jedem Schritt.
IDSTEIN Marion Diefenbach, Wiesbadener Kurier, 14.4.2022

Ron Williams als Chauffeur Hoke brilliert in seiner Rolle.
TITISEE-NEUSTADT (bl), Badische Zeitung, 11.3.2022

Ein Lehrstück gegen Rassismus
Es ist ein Stück mit Tiefgang: „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ sind zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Doris Kunstmann und Ron Williams in der Rolle der Protagonisten begeisterten die Zuschauer in der Stadthalle.
SINGEN Manuela Fuchs, Südkurier, 10.3.2022

„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ zeigt uns, dass Freundschaft durch kleine Freundlichkeiten, ein Stück Kuchen, ein gemeinsames Lachen und einen Seufzer des Trosts geknüpft wird. Die Handlung dieser schönen Komödie spielt in den untergehenden Jahren der Rassentrennung und zeugt von gegenseitigem Verständnis in einer Zeit mutwilliger Ignoranz.
WASHINGTON D. C. Rita Kempley, Washington Post, 12.1.1990


BIOGRAFIEN

Doris Kunstmann (c) Marion SchröderDoris Kunstmann 
Die unter den TOP 100 German Actresses geführte, vielfach ausgezeichnete Schauspielerin studierte in Hamburg und begann ihre Karriere am Theater. Als Tochter des Filmproduzenten Georg Thieß und der Schauspielerin und Grafikerin Erika Kunstmann absolvierte Doris Kunstmann zunächst eine Ausbildung am Schauspielstudio Frese und ging anschließend an das 1951 gegründete Junge Theater (jetzt Ernst Deutsch Theater), das für viele damalige Nachwuchsschauspieler zum Karrieresprungbrett wurde. Schon 1963 stand sie in „Sie fanden ihren Weg“ neben Peter Striebeck u. a. zum ersten Mal vor der Kamera (Regie: Herbert Vesely). Mit ihrer Rollengestaltung in „Depressionen“, einer anderen Inszenierung dieses Filmemachers, wurde sie 1976 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Die internationale Filmkarriere, die die erst Mitte 20-Jährige berühmt machte, begann 1968 in Italien mit „Das Geschlecht der Engel“. Regisseur Ugo Liberatore besetzte sie auch noch in zwei weiteren Filmen („Bora Bora“ und „Lovemaker“). Für seine zwei glanzvoll besetzten Verfilmungen nach Simmel- Bestseller-Romanen „Und Jimmy ging zum Regebogen“ (Prädikat wertvoll und Goldene Leinwand 1972 für mehr als 3 Millionen Besucher) und „Alle Menschen werden Brüder“ (1973) holte Regisseur Alfred Vohrer sie zurück nach Deutschland. Als Ehefrau des Offiziers Trotta sah man sie in dem von Johannes Schaaf inszenierten, 1972 bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigten Film „Trotta“ nach dem Roman „Die Kapuzinergruft“ des österreichischen Autors Joseph Roth. Das mit dem Filmband in Gold als Bester Spielfilm ausgezeichnete Werk war auch für die Oscar-Vorauswahl als Bester fremdsprachiger Film nominiert. Zu einem cineastischen Highlight wurde 1973 einer ihrer wichtigsten internationalen Filme: „Adolf Hitler – Die letzten zehn Tage“, in dem sie als Eva Braun neben Sir Alec Guinness als Hitler vor der Kamera stand. 1975 drehte sie die hochkarätig besetzte Action-Komödie „Inside Out – Ein genialer Bluff“ mit Telly Savalas und James Mason, 1991 mit Michel Piccoli „Die Seiltänzer“ über eine Affäre des Dichters Jean Genet. Folge ihrer frühen Filmprominenz war eine fast unübersehbare Zahl an TV-Rollen. Besondere Aufmerksamkeit erregte der 1973 zu Weihnachten ausgestrahlte Mehrteiler „Cagliostro“ nach dem Roman von Alexandre Dumas d. Ä. mit Jean Marais in der Titelrolle. Doris Kunstmann spielte als Gaststar in zahlreichen populären TV-Formaten wie „Traumschiff“, „Der Alte“, „Edel & Starck“, „Tatort“, „Ein Fall für Zwei“, „Freunde fürs Leben“, „Um Himmels Willen“ und in der preisgekrönten Sitcom „Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres“. In der Telenovela „Rote Rosen“ war sie als Melanie zu sehen. 1976 wurde sie für ihre Darstellungen in „Die Gräfin von Rathenau“ nach Kleists Novelle „Die Marquise von O“ (Regie Peter Bauvais) und „Depressionen“ (Regie Herbert Vesely) mit der Goldenen Kamera als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. Ihr Debüt auf der Musical-Bühne feierte sie 2010 am TUI-Operettenhaus in Hamburg. Die englische Regisseurin Carline Brouwer hatte sie überredet, die Mutter Oberin in „Sister Act“ zu spielen. 1985 war Doris Kunstmann mit Sartres „Die Fliegen“ als Elektra zum ersten Mal mit dem EURO-STUDIO Landgraf auf Tournee. Es folgten Hauptrollen in „Geschlossene Gesellschaft“, „Rose Bernd“, „Die tätowierte Rose“, „Laura und Lotte“, „Die Ratten“, „Sterne am Morgenhimmel“, „Empfindliches Gleichgewicht“, „Meisterklasse“ (als Maria Callas) und „Amys Welt“. Große Erfolge feierte sie als Mutter Wolffen in Hauptmanns „Der Biberpelz“ und mit ihrer als »Sternstunde des Theaters« beschriebenen Interpretation u. a. der beiden Titelrollen – des todkranken Kindes und der Oma Rosa – in Eric-Emmanuel Schmitts Erfolgsstück „Oskar und die Dame in Rosa“. Beide letztgenannten Produktionen erhielten den 3. INTHEGA-Preis. Nach „Möwe und Mozart“ spielte sie Frau Imelda (Marcos) in Theresia Walsers Politfarce „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“. 2018-2019 war sie als Yvonne in Yasmina Rezas „Bella Figura“ auf Tournee zu erleben. 2012 erhielt Doris Kunstmann für ihre vielschichtigen Rollengestaltungen den Sonderpreis des INTHEGA-Vorstands.

Ron Williams (c) Eva-Maria FeilkasRon Williams
Geboren 1942 in Kalifornien/USA führte die Militärlaufbahn den umtriebigen Ron Williams nach Deutschland, wo er Moderator für den legendären Radiosender der amerikanischen Streitkräfte, AFN, wurde. Bald folgten Kabarett-, Radio-, TV- und Bühnenauftritte in ganz Europa. Das Multitalent mit ausgeprägter Medienaffinität wurde Schauspieler (Theater, Kino, TV), Kabarettist (u. a. bei der 1956 von Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt gegründeten Münchner Lach- und Schießgesellschaft) und präsentierte zahllose eigene One-Man-Shows. Er wirkte in mehr als 800 Fernsehsendungen mit (u. a. Ronabend, sieben Jahre Musikszene WDR/ORF , Spaß am Dienstag, Focus on Europe im Deutsche Welle Fernsehen). Man kennt ihn als TV- und Hörfunkmoderator. Als Entertainer und Sänger ist er immer wieder in Live-Konzerten mit verschiedenen eigenen Bands oder als Gast diverser Bigbands zu sehen. Soziales Engagement ist für den Allrounder selbstverständlich. Seine „Schultour für Toleranz“, die ihn in über 100 Schulen führte, ist Herzenssache und Teil seines politischen Kampfes gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und für mehr Menschlichkeit. Dafür erhielt er am 13. Oktober 2004 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Von 2002 bis 2005 spielte er die Titelrolle in „I Have A Dream – Die Martin Luther King Story“ (Inthega-Preis 2003) bei den Theatergastspielen Kempf. 2007 fand die Welturaufführung des Musicals „Martin Luther King – The King if Love“ in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis Kirche statt. Es basiert auf einem Buch von Williams, der auch als Hauptdarsteller und Komponist wirkte. Es folgten Titelrollen von 2005 bis Januar 2010 in „Ray Charles“ (Inthega Preis für Musik Theater Crossover 2008), von Januar 2009 bis Oktober 2011 in „Endlich frei – Die Nelson Mandela Story“. Von 2012 bis 2016 spielte Williams in „Die Harry Belafonte Story“ und von 2015 bis 2019 in „Onkel Tom’s Hütte“ – frei nach dem Romanklassiker von Harriet Beecher Stowe. Von 2016 bis 2021 tourte Ron Williams mit dem eigenen Programm „HAUTNAH“ gemeinsam mit dem Jörg Seidel Trio. Von 2008 bis 2021 wirkte er mit als Präsentator und Sänger in der „SWEET SOUL MUSIC REVUE“, von 2015 bis 2021 in „THE SOUND OF CLASSIC MOTOWN“ sowie ab 2020 in „RESPECT – A Tribute to Aretha Franklin“.

Benjamin Kernen (c) Jörg Albers / Albers-ArtBenjamin Kernen
Der Schweizer Benjamin Kernen absolvierte die Schauspiel Akademie Zürich mit Diplom. In Zürich am Theater am Neumarkt, am Stadttheater Luzern und am Theater Bielefeld sammelte er erste Berufserfahrungen. Vom Märchen bis zur Komödie, von der Tragödie bis zum Musical, von der Klassik bis hin zu modernen Theaterstücken hat sich der vielseitige Schauspieler ein großes Spektrum von Rollen erarbeitet. Er war u. a. Tellheim in „Minna von Barnhelm“, Mellefont in „Miss Sara Sampson“, Jerry in Albees „Zoogeschichte“, Jojo in Lutz Hübners „Das Herz eines Boxers“ und Jack the Ripper in Wedekinds „Lulu“. Kernen lebte einige Jahre als freier Schauspieler in Berlin und war dort in vielen Projekten – zum Beispiel am Berliner Ensemble – beteiligt. Wiederholt ist er in Film- und Fernsehproduktionen aufgetreten. Er ist ein gefragter Synchronsprecher und wirkte in zahlreichen Hörspielen mit. Mittlerweile ist er nach Wismar umgezogen. Seit 2011 spielt er Capt’n J. Flint beim Piraten Open Air in Grevesmühlen und führt dort seit 2012 auch Regie. Das Tourneetheaterpublikum kennt Benjamin Kernen aus mehreren Produktionen des EURO-STUDIO Landgraf: In „Bungee Jumping oder Die Geschichte vom goldenen Fisch“ spielte er neben Martin Lindow die zweite männliche Hauptrolle, Roland. Mit Neil LaButes Stück „das maß der dinge“ (Regie: Uwe Eric Laufenberg) ging er mehrfach auf Gastspielreise sowie als Egmont Clausen in Hauptmanns „Vor Sonnenuntergang“ (Regie: Peter Kupke), das mit dem 2. INTHEGA-Preis 2007 ausgezeichnet wurde. In David Hares Stück „Zeitfenster“ spielte er an der Seite von Marion Mitterhammer und Peter Striebeck. Vor seinem Auftritt in Mathieu Delaportes und Alexandre de la Patellières Erfolgskomödie „Der Vorname“ (nominiert für den INTHEGA-Preis 2014, 2015, 2016) war er auf Tournee in der EURO-STUDIO-Landgraf-Produktion „Fettes Schwein“ (ausgezeichnet mit dem 3. INTHEGA-Preis 2009) neben Martin Lindow zu sehen sowie in der Theateradaption des Steinbeck-Romans „Jenseits von Eden“ an der Seite von Jochen Horst. Zuletzt ging er mit Florian Zellers Tragikomödie „Vater“ (Koproduktion EURO-STUDIO Landgraf und Schauspielbühnen in Stuttgart, Altes Schauspielhaus), die mit dem 2. INTHEGA-Preis 2017 ausgezeichnet wurde, sowie mit der Komödie „Eine Stunde Ruhe“, ebenfalls aus der Feder von Zeller, auf Gastspielreise.

Frank Matthus, Regie
Frank Matthus studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspiel Ernst Busch, Berlin. Bereits im zweiten Studienjahr holte ihn der Film- und TV – Regisseur Bernd Böhlich für eine Hauptrolle für die Krimiserie „Polizeiruf 110“. Wenig später engagierte ihn das Filmstudio Riga (Lettland), für die Titelrolle in der zweiteiligen Kinoproduktion „Der Klavierspieler“. Sein erstes Theaterengagement führte ihn an das Berliner Ensemble. In der Meisterklasse des Berliner Ensembles studierte er zusätzlich Regie. Seit Matthus‘ erster Schauspielregie 1990 umfasst seine Werkliste heute über 80 Inszenierungen für Schauspiel und Oper. Als Regisseur, Schauspieler und später als Oberspielleiter war Matthus von 1990 bis 1996 am Brandenburger Theater engagiert, wo er mit Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ seine erste Opernregie kreierte. 1996 wechselte er als Schauspieldirektor an die Vereinigten Bühnen Gera/Altenburg. Seit 2001 ist er freischaffend tätig. Er arbeitete u. a. für die Canadian Opera Company in Toronto („Lucia di Lammermoor“ und „Rigoletto“), für das Staatstheater Cottbus, das Stadttheater Bern, das Theater Krefeld Mönchengladbach (Richard O’Brien’s „Rocky Horror Show“) sowie für die Theater in Chemnitz, Bautzen, Hof und Flensburg.

Seine Inszenierungen der EURO-STUDIO Produktionen von Arthur Millers „Hexenjagd“ und „Schachnovelle“ nach Stefan Zweig gewannen 2004 und 2007 jeweils den 1. INTHEGA-Preis, „Buddenbrooks“ nach Thomas Manns wurde 2009 mit dem 2. INTHEGA-Preis ausgezeichnet. Außerdem führte er Regie bei Goethes „Clavigo“, „Der Blaue Engel“ nach dem Roman „Professor Unrat“ von Heinrich Mann mit Gerd Silberbauer als Professor Rat, „33 Variationen“ von Moisés Kaufman und „Der Zauberberg“ nach Thomas Mann. Mit Doris Kunstmann inszeniert er nach den EURO-STUDIO-Produktionen „Der Biberpelz“ von Gerhart Hauptmann (ausgezeichnet mit dem 3. INTHEGA-Preis 2003) und „Roses Geheimnis“ von Neil Simon beim Tournee-Theater THESPISKARREN im Frühjahr 2012 „Miss Daisy und ihr Chauffeur“. Neben Ron Williams als Chauffeur spielt sie die weibliche Titelrolle.

Unter dem Pseudonym Anton Perrey schreibt Matthus Texte für das Theater wie beispielsweise den Monolog „Prinz Heinrich inszeniert eine Oper“ oder das Opernlibretto nach Michael Endes Roman „Die unendliche Geschichte“. Auch die Stückfassungen der Netzebander „Nibelungen“-Trilogie der Jahre 2008–2010 stammte aus seiner Feder. 2020 erschien Matthus‘ erstes Buch „Drei Stücke“ im Regenbrecht-Verlag. Im selben Jahr erhielt seine Inszenierung von Puccinis „Suor Angelica“ für das Opernhaus in Petroswawodsk eine „Goldene Maske“ für eine der besten russischen Opernproduktionen des Jahres.

Matthus ist Gründungsmitglied und Künstlerischer Leiter des Theatersommers Netzeband, seit 2005 leitet er das Projekt auch als Festivalmanager. 2010 gründete Matthus mit befreundeten Künstlern die Fontanefestspiele Neuruppin, die seither im Rhythmus von zwei Jahren stattfinden. Von 2014 bis 2018 war Matthus Künstlerischer Direktor der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Zu seiner Konzeption gehörten neben der Förderung junger Sänger*innen und der Kammeroper auch die Entwicklung neuer Opern. So wurde z. B. im Sommer 2015 die Oper „Adriana“ von Elke Heidenreich (Libretto) und Marc-Aurel Floros (Musik) uraufgeführt.