Jugendliebe

Tournee-Theater THESPISKARREN
JUGENDLIEBE
(Un amour de jeunesse)

Komödie in fünf Akten
von Ivan Calbérac

Deutsch von Christa Hohmann
und Jakob Schumann

Mit Antoine Lopez, Timothy Peach,
Diane D’assenois, Nicola Tiggeler u.a.
Regie: Timothy Peach

Ort und Zeit:
Ein großes, luxuriöses Wohnzimmer, in schlichter Eleganz eingerichtet und ein Wohnzimmer eines kleinen Plattenbau Apartments in einem sozialen Brennpunktviertel, heute.

Uraufführung : 8.11.2019,
Theater am Alten Markt, Bielefeld

Tourneezeitraum folgt


INHALT

Der Autor stellt seiner Komödie dieses Motto voran:
„Was du nicht verschenkst, verlierst du.“
(Indisches Sprichwort)

Nach seinem mit dem PRIX MOLIÈRE 2019 als BESTE KOMÖDIE ausgezeichneten Erfolg „Weinprobe für Anfänger“ hat der zu den erfolgreichsten französischen Meistern des gehobenen Boulevards der Gegenwart zählende Ivan Calbérac mit „Jugendliebe“ einen durch bissige, pointierte Dialoge der Extraklasse und durch mikroskopisch genaue Steigerung der Spannung bestechenden, urkomischen Beziehungskomödien-Hit geschrieben. Obwohl das Thema ernster und tiefgründiger ist als in seinen früheren Stücken, »lacht sich das Publikum kaputt, wenn es sieht, wie sich dieses sympathische Paar Antoine und Diane immer mehr in seinen Lügen verstrickt«. (Le Parisien)

Diesen Tag möchte Antoine Lopez am liebsten sofort aus seinem Leben streichen – und das aus gutem Grund: Schon am Morgen eröffnet ihm seine Haushälterin, dass sie an einer wohl unheilbaren Depressionen leidet, nachdem sie in einem Wirtschaftsmagazin und auf einer herumliegenden Steuererklärung gelesen hat, dass er 634-mal so viel verdient wie sie.

Als erste therapeutische Gegenmaßnahme verlangt sie nicht nur ab sofort eine Gehaltserhöhung, sondern rechnet künftig jeden Handgriff einzeln ab. Zum Beispiel: Ein Glas Tee aufgießen kostet 6 Euro, es aus der Küche holen 3 Euro. Als seine künftige Ehefrau Diane, eine Kinderbuchschriftstellerin aristokratischer Herkunft, ihm dann auch noch mitteilt, dass seine gerade erst aufgefüllte Kreditkarte durch ihre Einkäufe schon wieder leer ist, sinkt seine Laune endgültig auf Null … steigt jedoch sofort wieder auf 100, als sie ihm strahlend ein Geschenk überreicht, das sie ihm von ihren Einkäufen mitgebracht hat … nur um im nächsten Moment – wenn das möglich ist – sogar noch unter Null zu sinken: Als er es mit dem liebevollen Hinweis, er solle morgens doch einmal in den Spiegel schauen, dann würde er schon sehen, dass er sie brauche, auspackt und sieht, dass es eine garantiert hundertprozentig wirksame Anti-Falten-Creme ist. Und dann kommt auch noch sein Anwalt – und was der ihm zu sagen hat, gibt ihm endgültig den Rest. Gilles überbringt ihm einen Brief aus Malawi. Er kommt von einer Maryse Dutilleul, die ihn um die Scheidung bittet. Antoine fällt aus allen Wolken.

Er hat Maryse längst vergessen, erinnert sich nun aber schlagartig wieder an seine erste große Jugendliebe und eine Zeremonie mit Blumenketten, Musik und Weihrauch in einem indischen Ashram. Doch dass beide nach ihrer Rückkehr diese Eheschließung auch noch ganz offiziell auf dem Standesamt anerkennen ließen, hatte er erfolgreich verdrängt. Maryse, die ihn kurz nach dieser Eheschließung verlassen hatte und nach Afrika gegangen war, um in der Entwicklungshilfe zu arbeiten, kehrt nun – nicht etwa aus romantischen Gründen – zurück, sondern weil sie wieder heiraten möchte. Und dafür braucht sie die Scheidung. Das bedeutet, wie ihm sein Anwalt erklärt, dass sie Anspruch auf die Hälfte seines in den vergangenen 25 Jahren erwirtschafteten Vermögens hat. Um keinen Cent abgeben zu müssen und Maryse zu überzeugen, dass bei ihm in Sachen Gütertrennung nichts zu holen ist, avanciert Antoine zu einem der liebenswertesten Lügner der Boulevardkomödie! Er tauscht sein Appartement mit seiner Haushälterin und zieht mit Diane in deren Plattenbauwohnung im Brennpunktviertel.

Von der nun beginnenden, ebenso wilden wie wahnwitzigen, mit Dialogen der Extraklasse geschriebenen, die Lachmuskeln gnadenlos überstrapazierenden Katz-und-Maus-Chaosspirale, die sich aus dem Rollentausch ergibt, darf ebenso wenig verraten werden wie von der wirklich hinterhältigen Schlusspointe, die der Autor mit Vorfreude auf die Reaktionen der Beteiligten und des Publikums in Maryses Rucksack versteckt hat und mit diabolischem Vergnügen ihr darin verborgenes Geheimnis lüftet. Fest steht, dass man das Theater nach der »unbedingt sehenswerten, urkomischen Farce« (Télé7jours) »mit wunderbarster Laune verlässt « (Le Figaro).


PRESSESTIMME

Das Geheimnis des Boulevardtheaters 
liegt zum einen im Spieltempo, zum anderen im Servieren von Pointen, die so ganz nebenbei aus dem Nichts zu kommen scheinen. Beide Bedingungen erfüllt „Jugendliebe“ des französischen Autors und Filmemachers Ivan Calbérac.
Manfred Jahnke,  Die deutsche Bühne, 13.12.2025


BIOGRAFIEN

Timothy Peach © Jenny-KlestilTimothy Peach
studierte nach dem Abitur in München zunächst Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft, bevor er 1984 an die Staatliche Hochschule für darstellende Kunst in Stuttgart ging. Im Anschluss an seine Ausbildung war er drei Jahre lang Ensemblemitglied am Stadttheater Augsburg, wo er auch seine spätere Frau, die Schauspielerin Nicola Tiggeler kennenlernte. Seit 1991 ist er als freischaffender Schauspieler in unzähligen Produktionen in den Bereichen Film, Fernsehen, Theater, Hörbuch und Hörspiel tätig. Bekannt wurde Timothy Peach mit der Rolle des Rudi Grandauer in der bayrischen Kultserie „Löwengrube“ (1989-1992). Zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen folgten. Dem deutschen Fernsehpublikum ist er durch unzählige TV-Produktionen bekannt; stellvertretend für viele seien genannt: „Die Frau des Heimkehrers“ (2006) und „Folge deinem Herzen“ (2007). Immer wieder spielte er in erfolgreichen TV-Serien mit: „SOKO Köln“ und „SOKO Kitzbühel“, „Die Landärztin“, „Der Bergdoktor“ oder in der mehrteiligen Familien-Saga „Im Tal des Schweigens“ an der Seite von Christine Neubauer. Und auch in den Telenovelas „Sturm der Liebe“ und „Rote Rosen“ ist er ein gern gesehener Gast. Trotz allem blieb Timothy Peach auch dem Theater treu, so spielte er u. a. bei den Salzburger Festspielen in „Antonius und Cleopatra“ (Regie: Peter Stein), bei den Kreuzgangfestspielen Feuchtwangen den Romeo in „Romeo und Julia“, bei den Bad Hersfelder Festspielen den Demetrius in „Ein Sommernachtstraum“ (Regie: Peter Lotschak) oder „Winnetou II“ bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg.

Für das EURO-STUDIO Landgraf ging er bereits mit Eric-Emmanuel Schmitts Erfolgsstück „Kleine Eheverbrechen“, das 2005 mit dem 2. INTHEGA-Preis ausgezeichnet wurde, auf Tour. Seit der Spielzeit 14/15 ist Peach erfolgreich mit „Ziemlich beste Freunde“ auf Tournee.

Nicola Tiggeler (Foto: Michael Leis)Nicola Tiggeler
Die Mutter ist Geigerin, der Vater Opernregisseur – da war Nicola Tiggeler schon früh klar, was sie werden wollte: nämlich Opernsängerin. Mit acht Jahren sang sie bereits ihre erste Rolle an der Staatsoper Hannover. Nach dem Abitur s tudierte sie Gesang an der Hochschule für Musik in Hamburg und schloss 1986 mit der Diplom- Prüfung in Oper und Gesangspädagogik ab. In Hannover erhielt sie ihren ersten Gastvertrag in der Traumrolle des Cherubino in Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“. Bei ihrem ersten Festengagement an den Städtischen Bühnen Augsburg (1986–1992) lernte sie auch ihren Mann Timothy Peach kennen. Sechs Jahre lang spielte, sang und tanzte sich Nicola Tiggeler dort quer durch die populärsten und repräsentativsten Rollen des Opern-, Operetten-, Musical- und Schauspielrepertoires: Sie stand z. B. in der Partie des Niklas in „Hoffmanns Erzählungen“, als Eliza im Musical „My Fair Lady“ und Aldonza in „Der Mann von La Mancha“ auf der Bühne, spielte Myrrhine in „Lysistrata“ von Aristophanes und Meroe in Kleists „Penthesilea“. Es folgten Engagements am Thalia Theater Hamburg, bei den Bayreuther Festspielen und am Staatstheater Wiesbaden (Anina in „La Traviata“, 1992/1993). Seit 1998 arbeitet sie außerdem als Lehrerin für Schauspiel, Gesang, Stimmbildung und Sprecherziehung, u. a. an der Hochschule für Musik und Tanz in Hamburg, an der Hochschule für Musik in München sowie als Sprachcoach an der Bayerischen Staatsoper. Der Einstieg ins TV-Geschäft gelang ihr 1993 mit der Krimiserie „Der Fahnder“ als Freundin des von Jörg Schüttauf gespielten Titelhelden (über 20 Folgen). Seitdem gehörte Nicola Tiggeler zur Stammbesetzung verschiedener Fernsehserien wie z. B. „Der Mond scheint auch für Untermieter“, „Zwischen Tag und Nacht“ oder „Happy Holiday“. Bei „Unser Charly“ war sie bis 2002 in der Rolle der Tierarztgattin Michaela Martin zu sehen. 1995 war sie als Hauptdarstellerin der RTL-Serie „Eine Frau wird gejagt“ besetzt. Daneben übernahm sie Gastauftritte in Fernsehserien wie „Ein Fall für zwei“ und bei der Münchner „SOKO 5113“. Einem breiten Fernsehpublikum ist sie jedoch v. a. als Intrigantin Barbara in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ bekannt, die Nicola Tiggeler seit 2006 mit kurzen Serienpausen spielt.

Ihre erste Tournee für das EURO-STUDIO Landgraf machte sie 2009/2010 mit Eric-Emmanuel Schmitts Theatercoup „Kleine Eheverbrechen“ über einen von Timothy Peach gespielten Autor, der angeblich das Gedächtnis verloren hat. Auch in der EURO-STUDIO Landgraf-Produktion von Florian Zellers begeisternder Komödie „Eine Stunde Ruhe“ stand sie seit Dezember 2018 wieder als Ehefrau ihres Mannes auf der Bühne. Die turbulente Aufführung war zuletzt im Frühjahr 2021 im Spielplan der Konzertdirektion Landgraf.


Der AUTOR Ivan Calbérac
Der 1970 geborene, vielfach ausgezeichnete französische Dramatiker, Film- und TV-Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent gehört zu den wenigen Autoren, die ihre Sujets sowohl für Theater als auch für Film und Fernsehen erfolgreich umsetzen. Kein Wunder also, dass 2019 auch sein erster Roman „Venise n’est pas en Italie“ (dt. „Der Sommer mit Pauline“) zum Bestseller wurde. Charakteristisch für den Leichtigkeit und Präzision verbindenden Stil seiner in zahlreichen europäischen Ländern gespielten, ebenso unterhaltsamen wie perfekt gebauten, temporeichen Stücke sind die komischen wie bissigen, schlagfertigen Dialoge und die überraschenden Wendungen, die nie zufällig, sondern dramaturgisch durchdacht sind.

Im Zentrum seiner Beziehungskomödien stehen häufig Figuren, die durch eine kleine Lüge oder eine scheinbar harmlose Entscheidung in immer größere Verwicklungen geraten. Dadurch, dass er klassische Boulevard-Sujets mit genauer gesellschaftlicher Beobachtung verbindet, verleiht er ihnen eine emotionale Tiefe, die über reine Unterhaltung hinausgeht.

Nach seinen mit Diplom abgeschlossenen Studien (Mathematik an der Université Pierre-et-Marie-Curie, Recht und Management im Bereich Film und Medien an der Sorbonne) und ersten Bühnenerfahrungen während seiner 1994 begonnenen Schauspielausbildung begann seine künstlerische Laufbahn.

Theaterstücke
Für das Theater schrieb er vor der urkomischen, moralische Dilemmata zwischen Liebe, Geld, sozialen Unterschieden und Lebenslügen verhandelnden Komödie „Jugendliebe“ und seinem vom Theater am Kurfürstendamm deutschlandweit auf Tournee gespielten, 2019 mit dem PRIX MOLIÈRE als BESTE KOMÖDIE ausgezeichneten, anschließend in Frankreich verfilmten und auch in deutschen Kinos gezeigten Stück „Weinprobe für Anfänger“ („La Dégustation“, UA 2019) ein erfolgreiches Stück nach dem anderen. Etabliert als aufstrebende Stimme im französischen Theater hatte er sich nach seinem ersten Stück „Le Bourreau“ (1997, dt. „Der Henker“) mit der Komödie „Tout un cinéma“ (2006), die mit dem Coup de Cœur Théâtre Privé, dem Palmarès du Théâtre und dem Grand Prix du Jeune Théâtre der Académie française ausgezeichnet wurde.

Zum Traumstart seiner internationalen Karriere wurde die Verfilmung seiner romantischen, 2013 in Paris uraufgeführten Beziehungskomödie „L’Étudiante et Monsieur Henri“ (dt. „Frühstück bei Monsieur Henri“). Der französische Charme und der unwiderstehliche Dialogwitz dieser charmanten, Humor und Tiefgang auslotenden Zeitgeistkomödie über die Wohngemeinschaft eines mürrischen Rentners und einer jungen Studentin lockten – nach den begeisterten Theaterbesuchern – mehr als eine halbe Million Zuschauer in die deutschen Kinos. Das 2013 mit dem Grand Prix du Jeune Théâtre der Académie française und im Rahmen der jährlichen Preisverleihung der erfolgreichsten Theaterproduktionen (Palmarès du Théâtre) außerdem mit dem Coup de cœur Théâtre Privé ausgezeichnete Stück wurde auch in Deutschland zu einem Besuchermagneten. Nach „Pourquoi“ 2015, „Une famille modèle“ 2016 und dem 2017 als BESTES SOLOPROGRAMM für den PRIX MOLIÈRE nominierten Ein-Personen-Stück „Venise n’est pas en Italie“ (dt. „Der Sommer mit Pauline“) und „Weinprobe für Anfänger“ 2019 wurde 2022 das biografische Bühnenstück „Glenn, naissance d’un prodige“ über das frühreife Genie des Pianisten Glenn Gould uraufgeführt.

Film- und TV-Karriere
Bis heute arbeitet Ivan Calbérac als Autor und Regisseur parallel für Bühne, Film und Fernsehen und gehört zu den wenigen Künstlern, die ihre Stoffe erfolgreich in beiden Medien realisieren. Begonnen hat diese Laufbahn Mitte der 1990er Jahre mit von ihm geschriebenen und inszenierten Kurzfilmen. Schon sein zweiter Film „Les Années indigestes“ wurde 1996 beim Internationalen Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand mit dem Grand Prix du scénario ausgezeichnet.

Auch sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor von Kinofilmen begann 2002 mit einem Paukenschlag! Als BESTES ERSTLINGSWERK wurde die romantische Komödie „Irène“,für die er das Drehbuch schrieb und Regie führte, für den CÉSAR, den dem OSCAR entsprechenden französischen Filmpreis, nominiert.

Dass auch die Adaptionen seiner Theaterhits – außer den bereits beim Schauspiel genannten – im Kino zu Kassenschlagern werden würden, war absehbar: Zu seinen insgesamt neun Kinofilmen (Stand 2026) zählen u. a. „On va s’aimer“ (2006), „Une semaine sur deux“ (2009), „Venise n’est pas en Italie“ (dt. „Der Sommer mit Pauline“, 2019) und „N’avoue jamais“ (dt. „Liebesbriefe aus Nizza“, 2024).

Auch für das Fernsehen schrieb und inszenierte er zahlreiche Einzelproduktionen und mehrteilige Serienformate.

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